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Stein.
Gewiss ist nämlich der Staat alle jene Dinge zugleich.
Aber doch ist keines derselben für sich schon der Staat. Und
da keines derselben für sich der Staat und damit das Ganze
ist, so muss es selbst für die gewöhnlichste Erwägung in diesem
grossen organischen Körper etwas geben, das ich wohl ziemlich
unabweisbar als etwas für sich Seiendes und als eine selbständige
Kraft setzen muss, die in ihrer Erscheinung eben die
Einheit aller jener organischen Momente jenes Ganzen ist und
daher denselben auch bildet und beherrscht.
Dieses selbständig gedachte Moment der Einheit im vielgestaltigen
Organismus des Staats nennen wir begrifflich seine
Persönlichkeit, als thätige Kraft die Staatsgewalt, als Träger
der höchsten Auffassung und Bestimmung des persönlichen
Lebens die Idee des Staats. Ohne dieses Moment kann ich
mir vielleicht alle einzelnen Organe und Functionen, aber nicht
den Staat selbst denken.
Nun zeigt es sich, dass, so lange diese Organe und ihre
Functionen ihrem eigenen Wesen nach thätig sind, ich mir
jener Idee des Staats als einer selbständigen Kraft nur schwer
bewusst werde, denn in der regelmässigen Ordnung der öffentlichen
Functionen gelangt ihre specifische Aufgabe überhaupt
nicht zu eigner Erscheinung; es genügt, dass sie da sei, wie
der Mittelpunkt eines Kreises. Allein so wie jene Elemente
des Staats in Unordnung gerathen, erwacht sie zu der ihr
eigenthümlichen Arbeit; und wenn gar ein einzelnes, besonderes
Moment des Staats sich selbst zum Staate machen will, sei es
mit oder ohne Kampf, dann entfaltet sie sich in ihrer Kraft,
wirft allen Widerstand der Theile vor sich nieder, bewältigt
Recht, Güter, Besitz, Menschen und Geschichte, löst sich im
Kampfe ums Dasein von allen sie umgebenden Factoren los
und erhebt sich selbst zu der ihr eignenden höchsten Gewalt
über alle Dinge; und das ist es was wir zuletzt die Souveränetät,
die Selbstherrlichkeit des Staats, diejenige höchste Kraft desselben
nennen, welche ihren Grund nur in sich selber zu suchen
vermag. Und um dieser seiner höchsten, alle menschlichen
Factoren bewältigenden Kraft willen, hat alle Anschauung der
Philosophie wie des Volksbewusstseins aller Zeiten das Göttliche
im Staate anerkannt.