Skip to main content Jump to sidebar

Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 93. Band, (Jahrgang 1879)

Die  Entwicklung  der  StnatsWissenschaft  bei  den  Griechen.

259

kommt  das  .Land'  zusammen  zu  irgend  einer  Berathung.  Ist
es  möglich,  dass  das  noch  der  alte  ursprüngliche  or^xoc  sei  ?
Gewiss,  die  Lassen  werden  oft  genug  keine  Zeit  haben,  die
ayopa  zu  besuchen;  noch  gewisser,  dass  sie  nicht  wagen  werden
darein  zu  reden,  wenn  der  schwere  Tcayu;  auftritt;  wehe  ihnen,
wenn  sie  es  thäten!  Der  Landlord  in  Griechenland  hätte  sie
eben  so  gewiss  von  Haus  und  Hof  gejagt  wie  er  es  in  England
gethan,  wenn  der  kleine  Farmer  nicht  nach  seinem  Sinne  wählte!
Aber  auch  der  altfreie  Grundsasse  auf  seinem  ,Sonnenlehn',
dem  -/.Xvjpoc  der  ersten  Vertheilung,  das  er  sich  zu  erhalten
gewusst,  ist  mehr  ein  Hörer  als  ein  Redner;  die  Schwere  der
breiten  Gelände  über  welche  der  irx-rfiacc  Herr  ist,  drückt  ihn;
vielleicht  hat  er  ein  Kind  mehr  als  er  versorgen  kann  —  wer
soll  dem  letzten  eine  Pachtung  auf  dem  y.oivov  geben,  wenn
nicht  der  yvAptgoc,  auf  den  die  Anderen  hören  ?  So  schweigt  er,
und  wagt  es  Keiner  sich  zu  setzen,  wo  Jene  neben  den  Steinen
des  Königes  Platz  nehmen;  er  stellt  sich  im  Kreise,  zwar  mit
seinen  Waffen,  dem  Zeichen  seines  freien  Allods,  aber  doch
nur  um  Ja  oder  Nein  zu  sagen.  Jene  aber,  welche  jetzt  an  der
Spitze  der  ayopa  stehen,  die  Inhaber  des  grossen  Grundes,  sind
damit  nicht  mehr  bloss  reich.  Ihr  Eigenthum  hat  ein  neues
Moment  entwickelt,  vermöge  der  Differenz  mit  dem  der  Anderen.
Denn  war  es  das  Eigenthum,  welches  der  Persönlichkeit  sein
Gewicht  gab,  so  wird  die  Dauer  dieses  Eigenthums  zur  Dauer
dieses  Einflusses  für  das  ganze  Geschlecht.  Das  Ansehen  wird
erblich  mit  dem  Gute,  worauf  es  beruht;  es  wird  zur  Ueberlieferung
  für  die  Mittleren  und  Kleineren,  dass  jener  vermöge
seines  Grundes,  des  dp  =  Erde,  an  der  Spitze  stehe  wo  die
Gemeinschaft  auftritt;  das  Vermögen  hat  einst  gleiche  Ehre
und  Macht  gegeben,  jetzt  vertheilt  es  Beide  nach  seinem  Umfange, ­
  und  aus  dem  Eigenthum  oder  dem  wirthschaftlichen  und
rechtlichen  wird  der  eigentliche,  der  gesellschaftliche  Besitz.
Und  so  ist  jetzt  aus  dem  wirthschaftlichen  Unterschiede  der
gesellschaftliche  entwickelt,  und  dieser  Unterschied,  ursprünglich ­
  ein  persönlicher  und  damit  vorübergehender,  jetzt  ein
dauernder  und  dem  gesellschaftlichen  Besitze  schon  untrennbar
verbundener,  und  durch  des  Eigenthumsrecht  für  den  Besitzer ­
  unantastbar  geschützter.  Jedes  jener  Momente  aber  ist
selbständig  da;  in  der  öffentlichen  Gemeinschaft  krystallisiren
17*
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.