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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 93. Band, (Jahrgang 1879)

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Stein.

und  in  dem  Kampfe  um  das  Beste  nicht  zu  ermüden.  Sie  sind
es,  welche  uns  wahrhaft  über  die  Gränze  der  Gegenwart  erheben, ­
  da  sie  uns  zeigen  wie  jeder  ernst  Forschende  mit  seiner
eigenen  Gegenwart  zugleich  der  Zukunft  des  Kommenden  zugehören ­
  vermag,  indem  sie  selber  all  die  grossen  Arbeiten  und
Thaten  der  Vergangenheit,  auf  deren  Schultern  wir  selber  mit
unserem  Streben  stehen,  zur  Gegenwart  gemacht  haben.  Denn
in  ihren  Werken  durchleben  wir  alle  Alles,  was  die  fertige  Voraussetzung ­
  unseres  Eigensten  ist,  zum  zweiten  Male,  als  einen
Theil  unseres  eigenen  Lebens.  Darum,  indem  wir  uns  ihnen
hingeben,  vollzieht  sich  in  uns  noch  einmal  jene  gewaltige
Arbeit  der  Gottheit,  die  wir  die  Weltgeschichte  des  Geistes
nennen,  und  noch  einmal  strömt  uns  der  goldene  Quell  entgegen,
der  zuletzt  doch  das  Gute  das  wir  haben,  nach  dem  Besten
streben  lehrt.
Und  so  haben  die  Edleren  aller  Zeiten  gedacht,  von  den
Römern  für  die  sie  eine  neue  Welt  eröffneten,  bis  zu  unserer
Epoche  welche  sie  selbst  in  Verehrung  die  alte  Welt  nennt.
Allen  aber  erscheint  darum  nichts  in  sich  fertig,  was  nicht  bis
auf  die  letzten  Wurzeln  verfolgt  ist  die  es  in  jene  alte  und
doch  immer  lebensfrische  Welt  des  griechischen  Geistes  hineinsenkt, ­
  hier  zum  ersten  Mal  als  eine  Arbeit  und  That  des
menschlichen  Geistes  sich  loslösend  von  dem  Eindruck  der  sinnlichen ­
  Erscheinung,  wie  von  dem  blinden  Gehorsam  gegen  die
Tradition,  welche  mit  Gedankenlosigkeit  und  Interesse  im  innigen
Vereine  den  lebendigen  Gedanken  und  den  kräftigen  Fortschritt
in  Fesseln  geschlagen.  Als  Jenen  die  herrliche  Sage  vom  Prometheus ­
  aus  dem  dunklen  Gefühl  der  eigenen  weltgeschichtlichen ­
  Bestimmung  entstand,  da  wussten  sie  wohl  noch  nicht,
dass  sie  selber  der  Prometheus  des  ewigen  Feuers,  des  freien
Wissens,  zu  werden  bestimmt  seien.  Aber  sie  sind  es  geworden;
unser  ist  es  zu  sorgen,  dass  die  Flamme  nicht  mehr  erlösche.
Vor  Allem  aber  ist  es  in  erster  Reihe  das  Gebiet,  dem
diese  Arbeit  gehört,  das  Gebiet  der  Rechts-  und  Staatswissenschaft, ­
  das  nie  zu  Ende  gedacht  werden  wird,  wenn  wir  es
nicht  bei  seiner  ersten  Quelle,  der  griechischen  Welt,  an  seinem
Ursprung  verstehen  lernen.  Denn,  ganz  abgesehen  noch  von
allem  Eingehen  auf  einzelne  Fragen  und  Gebiete,  viel  mehr
als  die  meisten  meinen,  verdanken  wir  gerade  in  Allem  was
            
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