Die Entwicklung der Staatswissenscliaft bei den Griechen.
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hier mit wenig Worten Platz finden, was wir als den Gruss
der Wissenschaft der Einzelarbeit derselben voraufsenden dürfen.
IV.
Wenige wohl werden sich, wenn ihnen das Gefüld aller
der grossen Dinge erschlossen wird, in denen und für welche
wir leben, der Ehrfurcht erwehren, wenn sie das herrliche
Gebiet der Weltgeschichte betreten, das wir mit dem Namen
des alten Griechenlands bezeichnen. Denn so gross und schön
auch Alles sein mag, was wir in den Werken der römischen
und der germanischen Kunst bewundern, und so gewaltig auch
die Wissenschaft unserer Tage sich über Alles erheben mag,
was die Vergangenheit geleistet, von jedem Punkte unseres
ganzen geistigen Lebens laufen die nach tausenden von Jahren
noch sichtbaren und unsichtbaren Linien zurück in jene Wiege
der geistigen Thaten welche die Menschheit gross gemacht
haben, an jene Ufer des Meeres, das die unfreie Urzeit des
Orients von der freien Kraft Europas zuerst geschieden, nach
jenem sonnigen Himmel, der auf die herrlichen Werke Attikas
herableuchtete, in jenes in seinen edelsten Elementen so tief
harmonische Leben einer Welt, die mit dem Spcero in der
Faust Europa vor den Asiaten rettete, mit dem ewig jungen
Herzen die Bliithen der Poesie zu entfalten wusste, und mit
der Kraft seines denkenden Geistes zuerst die Frage nach
der Wahrheit von der sklavischen Ueberlie'ferung träumender
Priester und wilder Despoten loszulösen und das Forschen nach
dem ewig Freien zum höchsten Inhalt des vergänglichen Lebens
zu erheben wagte. Ehrerbietig beugen wir uns ihnen, denn sie
sind das geistige Erbe unseres Welttheils, aber dankbar verehren
wir sie zugleich, denn die ewige Jugend die sie uns
gebracht, liegt nicht so sehr in dem Einzelnen was sie gefunden,
sondern in der schöpferischen und forschenden Kraft, die sie
selbst trieb und die sie nach tausenden von Jahren in jedem
wieder zu erwecken wissen, der sich ihnen hingibt. Denn das
ist ihre wahre Unsterblichkeit, dass sie das Schöne und das
Edle zu einer selbständigen, sich selbst wiederzeugenden Kraft
im Leben der Völker gemacht, dass sie uns ewig aufs neue
lehren das Gemeine zu verachten, das Wahrhaftige zu verehren
Sitzungsbor. d. phil.-hist. CI. XCIII. Bd. II. Ilft. 16