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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 93. Band, (Jahrgang 1879)

Die  Entwicklung  der  Staatswissenscliaft  bei  den  Griechen.

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hier  mit  wenig  Worten  Platz  finden,  was  wir  als  den  Gruss
der  Wissenschaft  der  Einzelarbeit  derselben  voraufsenden  dürfen.
IV.
Wenige  wohl  werden  sich,  wenn  ihnen  das  Gefüld  aller
der  grossen  Dinge  erschlossen  wird,  in  denen  und  für  welche
wir  leben,  der  Ehrfurcht  erwehren,  wenn  sie  das  herrliche
Gebiet  der  Weltgeschichte  betreten,  das  wir  mit  dem  Namen
des  alten  Griechenlands  bezeichnen.  Denn  so  gross  und  schön
auch  Alles  sein  mag,  was  wir  in  den  Werken  der  römischen
und  der  germanischen  Kunst  bewundern,  und  so  gewaltig  auch
die  Wissenschaft  unserer  Tage  sich  über  Alles  erheben  mag,
was  die  Vergangenheit  geleistet,  von  jedem  Punkte  unseres
ganzen  geistigen  Lebens  laufen  die  nach  tausenden  von  Jahren
noch  sichtbaren  und  unsichtbaren  Linien  zurück  in  jene  Wiege
der  geistigen  Thaten  welche  die  Menschheit  gross  gemacht
haben,  an  jene  Ufer  des  Meeres,  das  die  unfreie  Urzeit  des
Orients  von  der  freien  Kraft  Europas  zuerst  geschieden,  nach
jenem  sonnigen  Himmel,  der  auf  die  herrlichen  Werke  Attikas
herableuchtete,  in  jenes  in  seinen  edelsten  Elementen  so  tief
harmonische  Leben  einer  Welt,  die  mit  dem  Spcero  in  der
Faust  Europa  vor  den  Asiaten  rettete,  mit  dem  ewig  jungen
Herzen  die  Bliithen  der  Poesie  zu  entfalten  wusste,  und  mit
der  Kraft  seines  denkenden  Geistes  zuerst  die  Frage  nach
der  Wahrheit  von  der  sklavischen  Ueberlie'ferung  träumender
Priester  und  wilder  Despoten  loszulösen  und  das  Forschen  nach
dem  ewig  Freien  zum  höchsten  Inhalt  des  vergänglichen  Lebens
zu  erheben  wagte.  Ehrerbietig  beugen  wir  uns  ihnen,  denn  sie
sind  das  geistige  Erbe  unseres  Welttheils,  aber  dankbar  verehren ­
  wir  sie  zugleich,  denn  die  ewige  Jugend  die  sie  uns
gebracht,  liegt  nicht  so  sehr  in  dem  Einzelnen  was  sie  gefunden,
sondern  in  der  schöpferischen  und  forschenden  Kraft,  die  sie
selbst  trieb  und  die  sie  nach  tausenden  von  Jahren  in  jedem
wieder  zu  erwecken  wissen,  der  sich  ihnen  hingibt.  Denn  das
ist  ihre  wahre  Unsterblichkeit,  dass  sie  das  Schöne  und  das
Edle  zu  einer  selbständigen,  sich  selbst  wiederzeugenden  Kraft
im  Leben  der  Völker  gemacht,  dass  sie  uns  ewig  aufs  neue
lehren  das  Gemeine  zu  verachten,  das  Wahrhaftige  zu  verehren
Sitzungsbor.  d.  phil.-hist.  CI.  XCIII.  Bd.  II.  Ilft.  16
            
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