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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 93. Band, (Jahrgang 1879)

Die  Entwicklung  der  Staatswissönscliaft  bei  den  Grieclion.

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vielmehr  die  geistige  Kraft  des  Besten  und  Edelsten  in  uns,  die
mit  all  den  Verlockungen  zur  Unwahrheit  und  Ungerechtigkeit
den  offenen  mannhaften  Kampf  kämpfen  soll,  der  des  wahren
Mannes,  des  avvjp  Saals?,  allein  würdig;  ihr  Ethos  ist  nicht
Frömmigkeit,  sondern  die  That  des  Edlen  um  der  Gerechtigkeit ­
  willen;  es  ist  nicht  die  Freiheit  von  fremder  Herrschaft,
sondern  die  Erhebung  über  die  »Herrschaft  der  Güter;  es  ist
nicht  eine  Ergebung  in  das  himmlische,  sondern  die  thatkräftigc
Verwirklichung  in  einer  gesellschaftlichen  irdischen  Ordnung,
die  vor  ihren  Augen  durch  jene  rSkx>zpr l \].'j.v.c/.  auf  allen  Punkten
in  Blut  und  Geld  zu  Grunde  ging,  welche  der  delphische  Gott
den  Spartanern  als  ihren  einzigen  tödtlichen  Feind  gewahrsagt
hatte.  Und  darum  predigten  und  wollten  sie  nicht  so  sehr  die
technische  Bildung  und  den  Unterricht,  in  dem  unsere  Zeit  zu
sehr  die  letzten  Gründe  des  Wohlseins  und  der  Entwicklung
des  Volkes  findet,  und  nicht  Lehren  der  Weisheit  und  Tugend,
welche  die  gefahrlose  Vollkommenheit  als  den  Preis  für  ein
Leben  hinstellen,  das  nie  etwas  verliert  weil  es  nie  etwas  zu
wagen  wagt,  sondern  sie  wollten  die  Erziehung  zum  thatkräftigen
Ethos  im  Herzen  des  Menschen,  die  Anschauung,  welche  das  Edle
als  das  wahre  Gut  hoch  über  jene  wirthschaftlichcn  und  gesellschaftlichen ­
  Güter  zu  erheben,  die  Kraft  für  dies  Höchste  zu
leben  und  wenn  es  sein  muss  zu  sterben  lehrt.  Darum  wird  das
griechische  Ethos  aus  dem  sittlichen  Begriff  zum  sittlichen
Charakter,  und  ihre  [xoucav;  ist  keine  stille  Harmonie  der  Seelen,
sondern  die  Kraft  zur  harmonischen  Arbeit,  welche  das  Schöne
zugleich  zu  empfinden  und  zu  vollbringen  weiss.  Und  das
war  es,  weshalb  sie  die  Kunst  des  Erwerbes  so  tief  neben  der
Kraft  des  Besitzes  verachteten  und  niemals  dahin  gelangten,
der  Thatsache  des  Reichthums  in  ihrer  Wissenschaft  dieselbe
Ehre  zu  erkennen,  welche  das  wirkliche  Leben  ihr  nur  zu
reichlich  spendet.  Das  war  es  eigentlich  weshalb  ihnen  der
Erwerbssinn  so  gemein  dünkte,  dass  er  auch  dem  idealsten
unter  Allen,  dem  sinnvollen  Plato,  nur  dann  als  Tugend  erschien,
wenn  er  im  Dienste  der  Weisheit  stehe,  während  der  schärfste
ihrer  Denker,  Aristoteles,  von  jenem  wahrhaft  griechischen  G  efühl ­
  fast  unbewusst  bezwungen,  zugleich  alle  Menschen  für
gleich  erklärte,  und  dennoch  auch  nicht  entfernt  den  Gewerbsmann,
  den  ßävaucroc,  zum  Bürger  in  seinem  Staate  zuliess.  Es
            
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