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Stein.
das Verschiedene werde? Wie ist es möglich, dass das Wirkliche
nicht dem Begriffe, das Gewisse nicht dem Wahren entspreche?
Es scheint vollkommen klar, dass diese Frage eine
unabweisbare ist; aber eben so klar wird es wohl sein, dass
gerade sie weder durch die Naturlehre noch durch die Philosophie
allein gelöst werden kann, und weder im Kennen noch
im Erkennen enthalten ist. Und doch ist sie da; und weil
sie ist und nicht durch jene beantwortet wird, hört man wohl
von Vielen aus der Empfindung dieses Mangels heraus sagen,
dass wir überhaupt ,nichts wissen'.
Nun sagen wir, dass jede bestimmte Kraft wie der sie
erfassende Begriff zwar aus der allen gemeinsamen Urkraft
entwickelt, aber als entwickelte auch selbständig und vermöge
ihrer Selbständigkeit auch selbstthätig sei. Ist das der Fall,
so wird damit jede selbständige Kraft zugleich zum Gegenstände
der anderen, und das ist das Bestimmtwerden des Einen durch
das Andere. Wird aber jede Kraft durch alle anderen bestimmt,
so ist damit offenbar zugleich gesagt, dass gar keine Kraft
zur reinen nur ihr gehörigen Erscheinung gelangt, sondern
dass sie in ihrer Wirklichkeit stets jenes Bestimmtwerden
durch die andere mit enthält. Ich muss daher nothwendig in
jeder Erscheinung die Kraft aus der sie hervorgeht von derjenigen
scheiden, welche auf jene einwirkt; oder wie wir nunmehr
wohl sagen dürfen, ich kann überhaupt gar keine Erscheinung
bloss durch ihre eigene Einzelkraft, oder durch ihren
einfachen Begriff begreifen. Sondern alles wirklich Seiende ist
ein Ergebniss des Zusammenwirkens verschiedener Kräfte in
derselben Erscheinung. Nun nenne ich diejenige Kraft, welche
die Erscheinung der anderen Kraft bestimmt und sie durch
ihre Gewalt ändert, die Ursache der Besonderheit in der Erscheinung
oder Thatsache, welche ohne jene zweite Kraft stets
dieselbe bleiben würde; die für sich gedachte Modification der
Erscheinung der ursprünglichen Kraft aber, heisst die Wirkung.
Da nun alle Kräfte selbständig gewordene Momente in der
Urkraft oder jenem ,Grunde' aller Dinge sind, so ist für die
wirkliche Besonderheit der Erscheinungen oder Thatsachen
jede Kraft eine Ursache, sei es in der Natur, sei es im Leben,
und jede Thatsache wiederum eine Einheit von Wirkungen
oft sehr verschiedener Kräfte oder Ursachen. Ist dem nun aber