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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 93. Band, (Jahrgang 1879)

Diu  Entwicklung  der  Staatswissenscbaft  bei  den  Griechen.

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göttlichen  Ordnung  des  Seins  erhebt,  und  für  welche  daher
jenes  Einzelne  als  ein  Verschwindendes,  als  die  ,schlechte
Wirklichkeit“  erscheint,  während  die  wahre  Wirklichkeit  für
sie  das  Anschauen  des  in  sich  Ruhenden  und  nur  durch  sich
selbst  Bewegten  bildet.  Und  das  ist  die  Philosophie,  die  individuelle ­
  Ueberzeugung  des  göttlich  Unendlichen,  der  Reflex
des  Ewigen  in  der  individuellen  Vergänglichkeit,  die  Ruhe
des  Alls  in  der  Unruhe  des  werdenden  Einzelgeistes.  Das
Wesen  aller  Philosophie  ist  es  demnach,  nur  ihrer  selbst  gewiss
zu  sein,  nicht  des  Wechsels  und  Werdens  der  Erscheinungen.
Und  so  entsteht  aus  diesem  Moment  der  individuellen  That,
welche  den  Begriff  aus  dem  Gedanken  schafft,  die  Thatsache
dass,  während  es  nur  eine  Naturwissenschaft  gibt,  sich  so
viele  Philosophien  bilden  als  tiefere  Denker  geboren  werden;
wo  aber  dennoch  sich  für  eine  bestimmte  philosophische  Anschauung ­
  eine  Gemeinschaft  mehrerer  bildet  die  gleichartig  in
Denken  und  Arbeit  sind,  da  entsteht  das  was  wir  eine  Schule
nennen.  Des  Begriffes  und  des  Wesens  der  Schule  aber  werden
wir  unten  bedürfen.
Und  jetzt  bleibt  zu  sagen  übrig,  was  im  Unterschiede  von
der  Kenntniss  des  Thatsächlichen  und  dem  Begreifen  des
Nichtsinnlichen  das  ist,  was  wir  das  Wissen  und  die  Wissenschaft ­
  nennen.
Nun  wissen  wir,  dass  das  was  diese  Philosophie  enthält
und  lehrt,  nicht  blos  ein  wirklich  Vorhandenes  sondern  auch
eine  gewaltige  Macht  über  die  Menschen  und  ihr  geistiges
Leben  ist.  Allein  jener  Wechsel  und  jene  Verschiedenheit  der
äusseren  und  inneren  Tlnitsachen,  von  denen  die  Philosophie
nur  den  einheitlichen  Begriff  sucht  und  erkennt,  ist  doch
selbst  wieder  eine  unzweifelhafte  Thatsache.  In  dieser  Thatsache
hat  die  Naturwissenschaft  ihrerseits  neben  dem  Besonderen
und  Einzelnen  auch  jene  zweite  Thatsache  des  Bestimmtwerdens
des  Einen  durch  das  Andere  gefunden  und  diese  Thatsache  des
Zusammenhanges  ein  Gesetz  genannt,  wo  aber  dies  Gesetz
nicht  zutreffen  will,  sich  mit  den  Begriff  der  Ausnahme  behelfend, ­
  durch  die  Ausnahme  das  Gesetz  zur  Regel  umgestaltet;
die  Philosophie  aber  hat  nur  das  Unveränderliche,  die  zum  Begriffe ­
  gewordene  Kraft  erkannt,  das  ewig  Gleiche  in  dem  ewig
Ungleichen.  Wie  nun  ist  es  möglich,  dass  aus  dem  Gleichen
            
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