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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 93. Band, (Jahrgang 1879)

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Stein.

Verschiedenheit,  alle  Bewegung  und  alles  Leben  der  Thatsachen
umfassenden  Ordnung  entwickeln,  und  deren  höchster  Inhalt
daher  eben  diese  harmonische  Entwicklung  der  Verschiedenheit ­
  der  Begriffe  aus  der  Einheit  einer  letzteren,  alle  Elemente
der  organischen  Begriffe  noch  ungeschieden  enthaltenden  Urkraft ­
  ist,  heisse  sie  nun  dem  Einen  die  Gottheit  oder  dem  Andern
das  reine  Sein,  x'o  ov,  oder  dem  Dritten  die  Natui - ,  oder  dem
Andern  das  Absolute,  oder  sonst  wie,  ist  das  was  wir  die
Philosophie  nennen.  Die  Harmonie  aber  xxnter  den  einzelnen
Begriffen  die  sich  die  Philosophie  aus  dem  letzten  Urgrund  aller
Kräfte  auf  diese  Weise  entfaltet,  ist  das  was  wir  als  die  Wahrheit ­
  bezeichnen;  denn  für  die  Philosophie  ist  kein  einzelner
Begriff  und  keine  einzelne  Erkenntniss  für  sich  wähl - ,  sondern
alles  Erkannte  hat  seine  Wahrheit  erst  in  seinem  Zusammenhänge ­
  mit  dem  Ganzen,  das  eben  nur  als  Ganzes  wahr
sein  kann.
So  stehen  sich  nun  zwei  grosse  Weltanschauungen  einander ­
  gegenüber,  tief  verschieden  in  ihrer  Methode  und  doch
gleich  in  ihrem  letzten  Ziele,  jene  die  Gewissheit  an  die  Stelle
der  Wahrheit  setzend,  diese  im  Namen  der  Wahi'heit  der
Gewissheit  nicht  bedürfend;  jene  beobachtend,  diese  denkend,
jene  mit  den  Versuchen,  diese  mit  Schlüssen  ai'beitend,  beide
aber  das  doppelte  Dasein  der  Welt  dem  menschlichen  Erkennen
gemeinsam  zum  Inhalt  machend.  Für  jene  ist  das  letzte  sinnlich ­
  Untheilbare  das  Element,  und  die  Bewegung  dieser  Elemente ­
  nennt  sie  ein  Gesetz;  denn  das  Gesetz  ist  ihr  zwar
die  Ei'scheinung  der  Causalität,  aber  die  letztere  selbst  ist  für
sie  doch  wieder  nur  eine  Thatsache  die  sie  wiederum  genau  in
derselben  Weise  beobachtet  wie  die  Elemente,  in  deren  Bewegung ­
  es  zur  Erscheinung  gelangt.  Für  diese  ist  dagegen  die
Kraft  an  sich  das  Gesuchte  und  wo  sie  dieselbe  als  selbständige
und  untheilbare  gefunden  zu  haben  glaubt,  entfaltet  sich  ihr
ein  in  seiner  Weise  in  sich  harmonisches  Bild,  in  welchem
der  Wechsel  als  Willkür  und  Zufall,  die  Bewegung  dagegen  als
das  ewig  lebendige  in  sich  Zurückkehren  der  einzelnen  Begriffe
und  Ki’äfte  in  die  letzte  Ui’kraft,  und  das  Werden  der
letzteren  zur  Selbständigkeit  ihrer  einzelnen  Momente  eine  Weltanschauung ­
  gestaltet,  welche  sich  über  das  rein  Thatsächliche
und  sinnlich  Gewisse  frei  in  die  Region  der  ewig  gleichartigen,
            
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