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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 93. Band, (Jahrgang 1879)

Die  Entwicklung  der  Staatswissenschaft  bei  den  Griechen,

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für  den  Redenden  oder  den  Hörenden  bezeichnet  wei’de.  Von
besonderem  Werthc  aber  erscheint  es  gerade  da,  dass  man
sich  genaue  Rechenschaft  über  solche  Ausdrücke  ablege,  wo
man  sie  stillschweigend  als  ganz  feste  begriffliche  Kategorien
aufstellt,  indem  man  die  verschiedene  histoi’ische  Gestaltung
ihrer'Entwicklung  auf  sie  zurückführt.  Denn  wie  soll  ich  die
ersten  Bewegungen  der  griechischen  Staatswissenschaft  überhaupt ­
  ihrem  Wesen  nach  bezeichnen  können,  wenn  ich  nicht
wenigstens  mit  mir  selber  einig  bin,  ob  Staats-  und  Rechtsphilosophie ­
  dasselbe  ist  wie  Staatswissenschaft  und  Rechtswissenschaft? ­
  Das  also  zu  sagen  wie  wir  es  denken,  wird  wohl
zuerst  nothwendig  sein.  Ob  wir  damit  nun  das  an  sich  Richtige
feststellen,  mag  immerhin  fraglich  bleiben.  Gewiss  dagegen  ist
es,  dass  möge  nun  der  Philosoph  oder  der  Historiker  mit  uns
übereinstimmen  oder  nicht,  jedenfalls  für  ein  wohlwollendes
Verständniss  wenigstens  unsere  Auffassung  selbst  und  das  Urtheil
  über  dasjenige  klar  werden  dürfte,  was  die  griechische
Welt  für  diese  Staatswissenschaft  geleistet  habe.

I.
Gewiss  wird  man  an  diesem  Orte  nicht  dasjenige  erwarten, ­
  was  man  die  phänomenologische  oder  auch  nur  die
dialektische  Entwicklung  von  den  Begriffen  nennt,  deren  wir
bedürfen.  Ruft  man  sie  aber  einmal  für  die  Beherrschung
eines  wissenschaftlichen  Gebietes  auf,  so  muss  man  wenigstens
mit  aller  Bestimmtheit  sagen  können,  was  man  selber  unter
ihnen  versteht.  Denn  gerade  in  einem  solchen  Falle  ist  ihr
Werth  für  die  weitere  Verfolgung  eines  Gedankens  in  der
Klarheit  dessen  gegeben,  aus  welchem  sich  derselbe  zu  entwickeln ­
  hat.
Nun  sagen  wir  dass  das  Bewusstsein  von  den  Sinnesempfindungen ­
  zur  Kenntniss  der  Dinge  wird,  wenn  dieses  Bewusstsein ­
  zugleich  die  Begränzung  und  die  Selbständigkeit  der
einzelnen  Erscheinung  enthält.  In  dieser  ihrer  Selbständigkeit ­
  für  unser  Bewusstsein  wird  dann  aus  dem  Object  der
Empfindung  ein  Gegenstand,  den  ich  als  Einheit  seiner  Momente
            
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