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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 93. Band, (Jahrgang 1879)

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Stein.

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sondern  er  muss  auch  bei  allen  andern  zugleich  beginnen,  und
bedarf  oft  genug  viel  mehr  Arbeit,  um  zu  erfahren  was  der
andere  meint,  als  um  zu  beurtheilen  ob  derselbe  Recht  hat.  So
ist  es  denn  gekommen,  dass  alles  was  Denken  und  Begreifen
heisst,  nicht  blos  den  Charakter  des  Unsicheren  am  meisten  für
die  Nichtdenkenden  hat,  sondern  in  der  That  auch  unendlich
viel  langsamer  fortschreitet,  weil  jeder  die  Auffassung  des
anderen  um  so  weniger  versteht,  je  mehr  derselbe  die  gleichen
Worte  gebraucht,  um  sie  zum  Ausdruck  des  dabei  von  ihm
gedachten  Verschiedenen  zu  bringen.
Wer  daher  bekannte  Worte  und  Begriffe  nicht  mehr  auf
sein  eigenes  inneres  Leben,  sondern  auf  ein  objectives  Erkennen
anwenden  will,  der  wird  wohl  zuerst  darnach  streben  müssen,
in  der  Weise  wie  die  Naturwissenschaft  es  thut,  ganz  genau
zu  sagen  was  er  selber  unter  diesen  Worten  versteht,  vor  allem
aber  da  wo  es  sich  um  Dinge  und  Fragen  handelt,  mit  welchen
auch  die  nicht  streng  philosophische  Auffassung  sich  beschäftigt.
Und  die  Einfachheit,  Klarheit  und  Bestimmtheit  gerade  in  der
Bestimmung  solcher  Worte  ist  es,  welche  die  philosophische
Auffassung  mehr  fördert,  und  ihren  Werth  wie  ihre  Gewalt
auch  für  andere  deutlicher  erscheinen  lässt,  als  viele  glauben.
Und  darin  soll  unserer  Meinung  nach  dasjenige  bestehen,  worin
die  Methode  der  philosophischen  Erkenntniss  sich  zunächst  die
der  naturwissenschaftlichen  zum  Vorbild  nehmen  sollte.
Wir  aber  haben  geglaubt  dies  dem  Folgenden  voraufstcllen
  zu  müssen,  weil  auch  wir  den  letzteren  ein  Wort  zum
Grunde  gelegt  haben,  dessen  Bedeutung  keineswegs  in  dem
Grade  feststeht,  als  viele  von  denen  meinen,  welche  dasselbe
gebrauchen.  Es  ist  sehr  leicht  von  der  Entwicklung  der  Staatswissenschaft ­
  zu  reden,  aber  es  scheint  nicht  mehr  leicht  zu
sein  zu  sagen,  was  denn  eigentlich  unter  der  Bezeichnung  der
Staatswissenschaften  genau  zu  verstehen  ist.  Denn  nicht  viele
werden  mit  der  in  solchen  Dingen  keinesweges  gleichgültigen
Bestimmtheit  sagen  können,  was  denn  eigentlich  die  Bedeutung
der  Staatswissenschaften  im  bestimmten  Sinne  des  Wortes  sei,
wenn  man  daneben  von  einer  Staats-  oder  Rechtslehre,  von
einer  Staats-  oder  Rechtsstatistik,  oder  von  einer  Philosophie
des  Rechts  oder  des  Staates  redet.  Und  doch  ist  es  nicht  wahrscheinlich, ­
  dass  mit  so  verschiedenen  Worten  stets  das  Gleiche
            
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