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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 93. Band, (Jahrgang 1879)

Die  Entwicklung  der  Staatswissenscliaft  bei  den  Griechen.

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der  Verschiedenheit  der  sinnlichen  bestimmten  Erscheinungen
das  innere  Sein  derselben  und  ihre  Gleichheit  bildet,  ist  der
Begriff.  Während  ich  also  Bestimmung  und  ßegränzung  der
Erscheinung  äusserlich  durch  den  Sinn  empfange,  muss  ich
das  Bestimmtsein  des  Wesens  der  letzteren  innerlich  selbst
setzen.  Der  Begriff  ist  daher  keine  Empfindung  und  kein  Eindruck, ­
  sondern  eine  That.  Als  solche  ist  er  wieder  die  Resultante ­
  einerseits  meiner  individuellen  schöpferischen,  und  andererseits ­
  derjenigen  mir  noch  äusserlichen  Kraft,  welche  eben  das
lebendige  Wesen  der  Erscheinung  bildet.  Nun  kann  man  dieses
alles  auch  in  anderer  Weise  denken,  obwohl  zuletzt  wenig
Unterschied  im  letzten  Resultat  sein  wird.  Klar  ist  es  aber,
dass  damit  alles  was  Denken  und  Begriff  heisst,  mindestens
mit  seiner  einen  Hälfte  in  das  Gebiet  der  Individualität  fällt,
so  dass  zwar  das  Streben  nach  dem  Begriffe  allen  gemein,  der
Begriff  selbst  aber  in  jedem  Geiste  ein  individueller,  das  ist  verschiedener ­
  ist;  und  dass  dem  so  sein  kann  sehen  wir  täglich  ja
auch  an  dem  Täglichen,  das  uns  bei  andern  entgegentritt.  Die
Folge  aber  davon  ist,  dass  jeder  mit  demselben  Worte  etwas  oft
sehr  von  dem  andern  Verschiedenes  sagt,  so  dass  es  nicht  selten
mehr  Mühe  kostet  zu  begreifen,  was  der  andere  meint,  als  was
man  selber  gesagt  zu  haben  glaubt.  Da  nun  aber  keiner  das
Ganze  weiss,  sondern  erst  die  Gemeinschaft  der  Arbeit  auch  in
der  geistigen  Welt  Inhalt  und  Bedingung  dessen  ist,  was  jeder
geistig  erwirbt  und  besitzt,  so  gibt  es  nichts,  was  eben  diese
in  Gegenseitigkeit  und  Gemeinschaft  beruhende  geistige  Entwicklung ­
  so  sehr  erschwerte,  als  eben  jene  individuelle  Verschiedenheit ­
  in  Denken  und  Begriff,  die  um  so  schwieriger  zu
bewältigen,  ja  zu  erkennen  ist,  als  sie  sich  meistens  zugleich
unter  völliger  formaler  Gleichheit  der  Worte  verbirgt.  Und
das  ist  es  nun,  wodurch  das  Leben  der  Gedanken  nicht  blos
so  tief  verschieden  wird  von  dem  der  Beobachtung,  sondern
wodurch  auch  die  Entwicklung  beider  eine  lceinesweges  gleichmassige
  geworden  ist.  Denn  das  haben  die  Naturwissenschaften
vor  den  philosophischen  voraus,  dass  Niemand  über  den  ganz
bestimmten  Sinn  ihrer  Worte  in  Zweifel  ist,  und  dass  daher,
so  wie  eine  Thatsache  einmal  in  ihr  Wort  gefasst  wird,  eine
objectiv  feste  Basis  für  den  Fortschritt  gefunden  ist.  Bei  der
Philosophie  dagegen  beginnt  jeder  nicht  blos  bei  sich  selbst,
            
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