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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 93. Band, (Jahrgang 1879)

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Stein.

sondern  unermüdlich  trachtet  dieselbe  in  ihre  Elemente  aufzulösen, ­
  und  jedes  dieser  Elemente  dann  der  sinnlichen  Wahrnehmung ­
  in  seiner  Körperlichkeit  darzulegen.  Dabei  kennt  sie
genau  den  Process  und  die  Factoren,  durch  welche  sie  die
Auflösung  einer  solchen  scheinbaren  Einheit  erzielt,  misst  und
bestimmt  ihn  selbst  und  seine  Stadien  auf  das  Genaueste,  und
verfolgt  mit  derselben  Genauigkeit  den  Process,  durch  welchen
die  so  gewonnenen  Elemente  sich  wieder  in  tausendfacher  Weise
verbinden,  neue  Körperlichkeiten  erzeugend.  So  ist  sie  über
nichts  unsicher  und  ungewiss,  weil  sie  mit  den  Sinnen  für  die
Sinne  arbeitet;  denn  der  Sinn  kann  an  der  Gewissheit  seiner
selbst  durch  sich  selber  nicht  zweifeln.  Das  grosse  Gesammtergebniss
  aber  das  schon  die  ältesten  Denker  geahnt,  das  jetzt
aber  mit  der  ganzen  Gewalt  unwiderstehlicher  Thatsachen  die
Erkenntniss  erfüllt,  ist  eine  Weltanschauung,  deren  Wahrheit
in  dem  fassbaren  gegenseitigen  Bedingtsein  aller  Bewegungen
liegt,  welche  Bewegung  aller  Atome  für  den  Menschen  als
Sinnesempfindung  zur  Erscheinung  gelangt,  so  dass  die  Naturwissenschaft ­
  im  höheren  Sinne  des  Wortes  die  gewaltige  Kraft
in  sich  trägt,  auch  von  der  einzelnsten  Empfindung  aus  mit
Schritten,  deren  jeder  wieder  seine  volle  Gewissheit  in  sich
selber  trägt,  zur  Erkenntniss  des  Ganzen  der  Welt  und  seiner
ewig  harmonischen  Bewegung  zu  gelangen,  welche  Bewegung
sie  das  Leben  der  Natur  nennt.
Neben  dieser  Methode  steht  aber  die  zweite,  auch  ihrerseits ­
  wie  jene  durch  die  Natur  ihres  Inhalts  bedingt.  Denn
in  den  beobachteten  Dingen  lebt  etwas,  das  durch  keinen
augenblicklichen  Zustand  erschöpft,  das  Werden  und  den
Wechsel  der  beobachteten  Erscheinung  erzeugt.  Es  ist  da,  und
doch  kann  ich  es  nicht  empfinden,  weil  alles  Empfinden  nur
ein  mechanischer  Process  ist.  Sein  Dasein  aber  bestimmt  mich
nicht  weniger  als  seine  Erscheinung.  Der  Process  aber,  mit
welchem  ich  dieses  innere  Sein  des  Daseienden  erfasse,  nenne
ich  das  Denken.  Wie  nun  die  sinnliche  Empfindung  nicht  blos
den  mechanischen  Eindruck,  sondern  auch  seine  Begränzung
umfasst,  und  durch  die  Einheit  beider  sich  die  Vorstellung
von  dem  bildet  was  wir  einen  Körper  nennen,  so  gestaltet
sich  auch  das  Denken  zum  Denken  eines  bestimmten  inneren
Seins,  und  dies  Denken  der  bestimmten  Kraft,  welche  in
            
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