Skip to main content Jump to sidebar

Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 92. Band, (Jahrgang 1878)

566

Schubert.

der  anderen  Formen  mit  st  ist  es  nun  allerdings  sehr  wahrscheinlich, ­
  dass  der  Diphthong  nicht  auf  organischem  Wege  entstanden, ­
  sondern  an  die  Stelle  von  ec.  getreten  ist:  aber  es  geschah
dies  wohl  nicht  durch  lautliche  Contraction,  sondern  durch  Analogiebildung. ­
  In  Betracht  kommen  hier  nur  eiy.evat  (Eur.  Aristoph.)
und  eiy.io?,  v.v.tc  (über  eiy.uia  sogleich).  Bei  Homer  heisst  es  stets
eor/.u^  mit  einziger  Ausnahme  von  II.  <s  254  (er/.ü?),  dagegen
wiederum  immer  eiy.ufa  (über  das  xk.  eip.  sioiy.uTxi  II.  c  418  vgl.
Hartei  Hom.  Stud.  III  29)  oder,  wie  überall  gelesen  werden
kann,  siV.uia  d.  i.  Fs-Fly.-ma,  was  zu  der  Regel  stimmt,  dass  das
Fern.  part.  pft.  überall,  ,wo  es  das  Metrum  zulässt/  aus  dem
ungesteigerten  Stamme  gebildet  wird  (vgl.  Gurt.  Verb.  II  193,
137,  229).  Es  Hesse  sich  sagen  (vgl.  Kühner  Ausf.  Gr.  I  808),
st  sei  aus  dem  Femininparticip  in  die  übrigen  Formen  eingedrungen; ­
  fragt  man  aber,  warum  sich  dieses  Eindringeu
gerade  auf  den  Infinitiv  und  das  Particip  masc.  neutr.  beschränkt
habe:  so  bleibt,  namentlich  was  den  ersteren  betrifft  —  denn
bezüglich  des  Particips  könnte  die  Zusammengehörigkeit  der
drei  Genera  geltend  gemacht  werden  —  wohl  keine  andere
Antwort  übrig,  als  dass  der  Parallelismus  von  etSsvat  und
s’.ooj;  (6<;)  auf  si/ivae  und  sIvmq  (6c)  eingewirkt  hat.  Andere  ei-.
  Formen  von  o'ica  —eiäö  und  elSeirjv  —  lagen  von  eoiy.w  und  eotxoi|/.c
zu  weit  ab,  um  sie  zu  beeinflussen.  Da  also  das  st,  soweit  wir
die  Flexion  von  sor/.a  bei  dem  zu  Gebote  stehenden  dialektischen
Material  übersehen,  nur  auf  einen  ganz  bestimmten  Kreis  von
Formen  (3.  pl.,  part.,  inf.)  beschränkt 1  und  in  diesen  die
Annahme  lautlicher  Contraction  entweder  ausgeschlossen  (3.  plur.,
part.  fern.)  oder  doch  einer  anderen  Auffassung  ■  gegenüber
unwahrscheinlich  ist,  somit  die  für  siy.a?  einzig  mögliche  Erklärung ­
  auf  sichere  Analogien  sich  nicht  stützen  kann,  da
ferner  fürs  Dorische  eine  solche  Contraction  oder  etwa  Schwächung
von  oi  zu  st  anzunelimen  keine  Veranlassung  vorliegt,  ebenso-Ausf.
  Gr.  I  808)  zu  statuiren.  Mindestens  wäre  e?xe,  wenn  man  es  aus
sp'/.E  erklärt,  als  Aorist  zu  bezeichnen,  oder  —  wenn  es  als  Imperfectum
bezeichnet  wird  —  aus  Epei/te,  eeixe  zu  erklären.
1  Es  bedarf  daher  der  Einschränkung,  wenn  Ahrens  dor.  340  zur  Stütze  des
angeblichen  Etza;  sagt:  ,breviore  illa  perfecti  forma  etiam  Attici  utuntur‘.  —
Auch  das  Aristophanische  pxsiv  beruht,  wie  kaum  zu  bemerken  nöthig,
nicht  etwa,  auf  einem  aus  Eoixa  contrahirten  Ei'/.«,  sondern  verhält  sieh  zu
Eoua,  wie  rjosiv  zu  oioa.
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.