Skip to main content Jump to sidebar

Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 92. Band, (Jahrgang 1878)

55G

Schn  bert.

zu  sein,  den  voranstehenden  Vocal  um  so  viel  dehnte,  als  es
selbst  an  Sprechdauer  verlor.  In  Folge  dessen  liegt  der  Vocal
seinem  Zeitwerthe  nach  zwischen  einer  und  zwei  Moren  in  der
Mitte,  wird  aber  im  Verse  als  volle  Länge  gebraucht,  weil  eben
die  metrische  Prosodie,  die  mit  irrationalen  Quantitäten  nicht
operiren  kann,  im  einzelnen  Falle  für  entschiedene  Kürze  oder
entschiedene  Länge  sich  zu  entscheiden  hat.  Vgl.  zu  dem  Ganzen
Hartei  Hom.  Stud.  III  55.
IX.  xoku^ävsi;  Fr.  34 2 .
Das  an  a.  St.  überlieferte  toXuiSvo?,  statt  dessen  Bergk,
der  früher  mit  Billigung  von  Ahrens  dor.  182  icoXuaoivo;  (d.  i.
xoXöOcivo;)  schrieb,  jetzt  die  Conjectur  Fiorillos  ~oXu©äj.i,o;  aufgenommen ­
  hat,  wird  gewöhnlich  dem  attischen  toXu^mvo?  gleichgesetzt. ­
  Es  ist  dieses  Wort,  was  Begriff  und  Etymologie  betrifft,
mehrdeutig.  Man  könnte  1.  das  zweite  Glied  dieses  Compositums
  mit  dem  in  selbständigem  Gebrauche  vorkommenden  ©ävö?
(W.  (pF  +  vo-s)  ,glänzend,  licht'  identificiren.  Wenn  Bergk  in
den  Addendis  Bd.  III  p.  1382,  um  seinen  Restitutionsversuch
Pap.  II  9  zu  stützen,  unter  Berufung  auf  Arcad.  p.  63,  18
für  dieses  Adjectiv  im  Dorischen  die  Form  <prjv6c  in  Anspruch
nimmt,  so  ist  dies  insoferne  richtig,  als  aus  zarpbc,  dor.
(=  ep.  ©aeivis;,  lesb.  sasvvoc,  Urform  ©aFss-vo?)  durch  Contraction
  dorisch  <pY)vöc  wird:  die  unmittelbar  auf  die  Wurzel  ©aF
(nicht  auf  den  Nominalstamm  oaFsq)  zurückgehende  Bildung
wird  dadurch  nicht  berührt  und  kann  ein  so  entstandenes  oä'dq
auch  dorisch  keinen  anderen  Vocal  haben  als  ä.  Ebenso  böte
die  Formation  des  Compositums  nur  dann  Anstoss,  wenn
man  in  ya'ioq  —  wie  Bergk  zu  Fr.  34. 2  anzunehmen  scheint
(,melius  conveniret,  si  quis  iraX'u  ©astvb?  interpretaretur,  quemadmodum
  est  apud  Pindarum  Isth.  V  30  ev  Outdata  (paevvatg,  at  insolens
  eiusmodi  compositum‘  vgl.  add.  p.  1382  ,ex  tpaeivb;
.  .  .  non  ou'ioq  sed  Doriensium  more  orpöq  ovtum 1 )  —  eine  (überhaupt ­
  unmögliche,  weil  den  Lautgesetzen  widersprechende)
Zusammenziehung  aus  oazwoq  oder  (pde'/'/oq  sehen  wollte,  weil
dies  dann  mehr  äusserliche  Zusammenrückung,  als  organische
Zusammensetzung  wäre.  In  der  That  gehören  dergleichen  Composita
  fast  ausschliesslich  der  späten  Sprache  an:  TioXiasivoc,
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.