Skip to main content Jump to sidebar

Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 92. Band, (Jahrgang 1878)

Miscellen  zum  Dialekte  Alkraans.

547

TäiJ.oq  .  .  .  opOpoq  iyelpym  avjSöva?,  Baccl).  27 2  yXmeV  ävxyy.a  cteuopiva
  y.uXi'y.wv  OscX^Yjai  Qup.ov  die  Formen  auf  -r ( ci  indicativisclie
Function  zu  haben  sc!ieinen  —  die  Grammatiker  und  Rhetoren ­
  (Curt.  Verb.  I 2  59)  nennen  dies  bekanntlich  cyr^.a  ’lßü-•/.£!ov
  und  sehen  darin  eine  syntaktische  Figur  (Herod.  icept
G Z. r d x -  69,  24  t'o  ce  [ü/yjp.a]  ’lßuzctov  y.ai  y.ai  cuvxaljcdx;  eotiv,
yivETOi  Be  £v  Tote  üuoxay.Ttno7<;  xpixoic  Ttpoow-oi?  xöv  pY)|/,axcov  y.axa
xpoaGeaiv  Tr)?  -oi  ouXXaß^?  .  .  insoferne  der  Conjunctiv  statt
des  Indicativs  gesetzt  sei  —:  so  ist  zu  bedenken  (vgl.  Bergk
zu  Ibyc.  9),  dass  uns  die  Stellen  nicht  ihrem  ganzen  Zusammenhänge ­
  nach  vorliegen.  (Ebenso  ist  hymn.  Hom.  XXXI  vor  v.  15  f.
£70’  ap’  oye  av/jcaq  ypocöüuyo'/  äpp.a  y.ai  imxouq  |  OeffTxsjios  Ttep,XY]<;i  Bi’
obpavou  ’üy.Eavövce  eine  Lücke).  Gewiss  waren  auch  an  solchen
Stellen  die  in  Rede  stehenden  Formen  wirkliche  Conjunctive,
und  ist  dies  von  den  späteren  Grammatikern  einfach  verkannt
worden.  1  Denn  jene  von  ihnen  in  gewohnter  Weise  angenommene ­
  Enallage  des  Conjunctivs  statt  des  Indicativs  ist  natürlich
unmöglich.  Waren  an  den  angeführten  Stellen  .syntaktisch  Indicative
  erforderlich,  dann  konnten  dafür  nicht  Conjunctive  eintreten.
  Es  müssten  also  jene  Formen  Indicative  gewesen  sein:  2
was  aber  wiederum  eine  Unmöglichkeit  ist,  weil  es  der  ganzen
Art,  wie  im  Griechischen  die  Modusunterschiede  formell  bezeichnet ­
  werden,  schnurstracks  zuwiderläuft.  3  Daher  bleibt

1  Aristarch  weiss  noch  nichts  von  solcher  Anwendung  des  Conjunctivs  in
indicativischem  Sinne  bei  Ibykus.  Schol.  Yen.  II.  e  6  r:«[npa(vr)(ji,  r t  O'.zXrj
oxi  ävxi  xou  -auoa'vrj  •  -).$ovdt£l  8k  "Ißuzo;  tw  toioutio  wird  eben  nur
die  Form  des  Conjunctivs,  nicht  aber  irgend  welche  ungewöhnliche
Anwendung  desselben  bemerkt.
2  Diesen  Ausweg  schlugen  diejenigen  ein,  die,  wie  Heraclid.  bei  Eustath.
1576,  56  die  Formen  auf  -rjoi  geradezu  für  im  Rheginischen  Dialekte
gebräuchliche  Indicative  erklärten:  f ( v  av  xo  ßrjua  (nämlich  zai«zXojOr)ai
Od.  rj  197)  'Prjylvcov  oiaXkzxou,  di  zaG’  'HpazXslSriv  za  xpixa  xiov  bpiaxiztüv
Ttcpiajuopivcov  T/j;  jipcöxrj;  au£uy{a?  zai  xtov  ßapuxo'vcov  8e  prip-äxtov  zaxa  xo
EVizov  di  xijv  o:  auXXaßrjv  ropaxouai  xoü  jj  napaXrjyovxo;.  Aber  darin  liegt
eine  Umkehrung  des  wahren  Sachverhaltes:  nicht  Ibykus  hat  die  Formen
auf  -rjoi  dem  Dialekte  der  Rheginer  entlehnt,  sondern  sie  wurden  den
Rheginern  zugeschrieben,  weil  man  sie  bei  Ibykus  fand.
3  Hieraus  ergibt  sich,  dass  die  besprochenen  Formen  weder  im  Rheginischen
noch  überhaupt  in  irgend  einem  griechischen  Dialekte  Indicative  gewesen
sein  können,  und  dass  es  also  ein  bodenloses  Verfahren  wäre,  solche
Bildungen  durch  Conjectur  dem  Alkman  aufdringen  zu  wollen.
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.