Misccllen zum Dialekte Alkmans.
537
prosodischer Länge des aq im acc. pl. der III. Declination
nachweisbar ist. Diese letztere Unterscheidung- lassen die
Angaben der Alten unberücksichtigt, so das Scholion 11. e 371;
der Scholiast Theocr. 1109 spricht sogar, um die Paroxytonirung
von -xür/.a? zu erklären, in der III. Declination von dorischen
Pluralnominativen auf ai. In den Fragmenten des Alkman
findet sich nur ein hieher gehöriges Beispiel: Fr. 125 amaq
von einem Nomen aixi?, bei dem Bedeutung und Etymologie
feststeht (Theor. XII argum. zai ’AXx,p,av xa? eixspaoxcu? v.cpaq aixaq
(sic) Xeyei, Curt. Gr. Nr. 586), die Form und Flexion aber
schon im Alterthum bestritten war. Nach Etym. M. 43, 40
wollte Herodian amaq, das er aus al'xioa? jäitoßoArj xou o‘ erklärte,
während Oros dies bestritt: xa yjStp am xfiiv ei? i? OyjXutöv ouz
äixoßtxÄXouat x'o o. Gewiss hat hier Ilerodian abgesehen von dem
schiefen Ausdrucke der Sache nach Recht: denn wenn auch
in der Regel die Appellativa auf tq im Dorischen so gut wie
im Attischen aus ihrem j ein parasitisches o (Curt. Gr. 4 p. 623)
zu entwickeln pflegen (Ahr. dor. 233), so ist doch der Kreis
der dieses o entbehrenden Wörter im dorischen Dialekte unläugbar
ein weiterer als im attischen und die Flexion otmoq etc.
um nichts auffallender als jene der nomina propria, die im
Dorischen ganz regelmässig das o verschmähen, vgl. 0sx;o?
Pind. 01. IX 76, Ilapto? Pyth. VI 33. Bios die dorische Paroxytonirung
des (argum. Theocr. 1. c. zu oaxac corrumpii'ten) acc.
amaq ist noch nöthig, um das Wort ganz in Ordnung zu bringen
(so auch das Lemma des Etym. M. 1. c. [wozu freilich die
Schlussworte ap.sivov ouv Txap.cjjSvsiv im xou ätnjq schlecht passen]
und Hartung, während Bergk bei atxiaq bleibt). Fr. 69 ist in
allen Quellen (s. Bergk) oodp.ova? oder oat^p.ova? 'überliefert, aber
ebenso consequent durch |j.£ptop.o6?, oiatpEost?, S'.atxvjsst? erklärt.
Da nun Satp.ovac (mit dorischer Betonung oai|j,ova?) obwohl
wahrscheinlich von Sai'eiv stammend (Curt. Gr. Nr. 256, vgl.
schon Schob II. a 222) jene Bedeutung nicht haben kann, so
corrigirt Bergk Btavop.d?; doch ist kaum zweifelhaft, dass Naucks
Somoväc das Richtige trifft. Das Wort ist von derselben Wurzel
ca, 5a: durch das Suffix p.ova (Schleicher Comp. p. 410) gebildet,
wie <pA£YP.ovr], yapp.ov^ von oAsy und yap.
3. In den Endsilben von Formen wie müv.ctq, sXüoav
erscheint also die ursprüngliche, im Attischen gekürzte Länge
Sitzungsber. d. phil.-hist. CI. XCII. Bd. II. Hft. 35