Skip to main content Jump to sidebar

Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 92. Band, (Jahrgang 1878)

502

Mülilbacher.

überein, 1  die  Zahlen,  Actum  Romae  und  der  Text  sind  freie
Erfindung;  eine  Urkunde  Karls  für  Kempten  ist  nicht  vorhanden. ­
  In  einer  Fälschung  für  Reichenau  findet  sich  die
Recognition  Ego  Ernustus  cancellarius  ad  vicem  Lubberti  archicappellani;
  diese  an  sich  unmöglich  ist  zusammengestoppeltes
Machwerk. 2  Für  eine  zweite  Fälschung  Prüms  wurde  auch
die  echte  Urkunde  nr.  60  benützt. 3  Endlich  wurde  noch  für
das  Protokoll  der  Constitutio  de  expeditione  Romana 4  eine  Urkunde ­
  Karls  III.  verwendet;  die  Recognition  Hemustus  notarius
ad  vicem  Lutwardi  cancellarii  fände,  würde  man  auf  Liutwards
Titel  cancellarius  Gewicht  legen  wollen,  nur  878  directe  Belege; 5
damit  wäre  der  Titel  rex  im  Einklang, 0  unvereinbar  aber  Actum
Wovmatiae,  da  Worms  dem  Reiche  Ludwigs  III.  angehörte.
Sieht  man  von  dem  Titel  Liutwards  wie  billig  ab,  so  ist  die
Recognition  878—885  möglich;  Karl  urkundet  in  Worms  882
Mai  17,  22  und  884  Mai  22  bis  Juni  11;  das  Tagesdatum  der
Constitutio  VIII  id.  iun.  würde  zu  beiden  Jahren  passen.  Möglich ­
  dass  eine  Urkunde  aus  dieser  Zeit  benützt  wurde,  vielleicht

1  Data  anno  ab  ine.  domini  .  .  ind.  .  .  anno  vero  regni  piissimi  Karoli  .  .
imperii  .  .
2  Spur.  Sindleoz.  nr.  1,  Sickel,  Acta  2,  435:  Den  Kanzler  Ernust  kannte
man  aus  der  diesem  verliehenen  Urkunde  Arnolfs,  welche  an  Keichenau
gekommen,  oder  auch  aus  nr.  7;  der  zweite  Theil  der  Recognition  wahrscheinlicher ­
  aus  einem  Diplom  Ludwigs  des  Deutschen;  auch  das  Siegel,
wurde  das  Stück  auch  auf  Karl  den  Grossen  gefälscht,  hat  die  Legende
HLVDOWICVS  REX.
3  Spur.  Prum.  Sickel,  Acta  2,  432.  Gleiche  Invoeation,  fast  gleicher  Titel,
Aehnlichkeit  der  Arenga,  Publications-  und  Datirungsformel;  dagegen  erinnert ­
  das  Actum  an  B.  827.
Die  Annahme  Brunners,  Wiener  Sitzungsber.  51,  433  A.  2,  dass
das  Spur.  s.  Mariae  in  Organo,  Sickel,  Acta  2,  419,  auf  eine  Urkunde
Karls  III.  zurückzuführen  sei,  vermag  ich  nicht  zu  theilen;  es  fehlt  jeder
directe  Anhaltspunkt.
4  M.  G.  SS.  2°,  3  vgl.  Ficker  in  den  Wiener  Sitzungsber.  73,  174;  Mone,
Anzeiger  7  (1838),  345  erwähnt  zwei  weitere  Handschriften.
5  Dieselbe  Recognition  in  dem  Orig.  nr.  7  für  Reichenau,  11  für  St.  Gallen,
Copie  nr.  8  für  Richgarda.
6  Verderbt  zu  Karolus  divina  favente  gratia  rex  Francorum  et  Fomanorum;
das  Monogramm  in  der  Signumzeile  verfehlt.  Arenga  und  Publicationsformel
  sind  gänzlich  geändert,  in  der  Corroboration  nur  geringe  Spuren
•  der  ursprünglichen  Form.
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.