Die Urkunden Karls III.
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Titel sind echt, die Arenga unecht, die Publicationsformel mindestens
durch Christi fidelibus verderbt; die Erwähnung der
Intervention Liutwards — archicancellarii et Vercettensis episcopi
— weist auf eine echte Vorlage. 1 Die Fälschung ergibt
sich zweifellos aus dem Satze: qualiter . . coenobium a quodam
Ruthardo duce bonae memoriae viro liberali manu et liberdlibus
investituris constructum, deo et eins genitrici attitulatum denuo
rterata libertate donavimus, donando concessimus, concedendo
nostra imperiali auctoritate firmavimus. 2 Die Fälschung scheint
demnach ziemlich jungen Ursprungs gewesen zu sein.
Von einer Fälschung für Prüm 3 kenne ich nur den von
Görz mitgetheilten Auszug. 4 Der hier gegebene Nachweis der
Fälschung ist evident; die Datirung wurde der echten Urkunde
für dieses Kloster 5 entnommen und durch Epacten und Concurrenten
verschönert.
Bedeutend seltener werden Urkunden für Privatpersonen
zu Fälschungen benützt. Dies ist der Fall mit dem
Diplom für Sanction. 0 Das Protokoll ist vollständig echt;
1 Der Kaisertitel verweist sie in die Jahre 881—887.
2 Hier bricht das Fragment ab; Crusins erwähnt noch eodern diplomate
Carolum prohibuisse, ne quisquam coenobii monachis iniuriam inferat,
atque permisisse eis potestatem in demortui ahhatis locum alium idoneum
mbstituendi; würde dieser Auszug sich genau dem Wortlaut der Urkunde
anschliessen, so ergäben sich ebenso unhaltbare Formeln.
3 nr. 104.
4 Mittelrhein. Regesten 211 nr. 740; der Druck Analyse crit. de la Collection
des diplomes de M. le comte de Renesse (par Kreglinger), Anvers
1836, war mir nicht zugänglich; im Archiv von Koblenz Transumpt
von 1399.
5 nr. 105.
6 nr. 178. Ich kenne nur den Druck Borgnets in Bulletins de l’acad. r.
de Bruxelles, 1. Serie 4, 158, den in Wauters Regesten 304 noch angegebenen
und, wie es scheint, besseren Druck in den Ann. de la societe
archeol. de Namur 5, 235 konnte ich nicht einsehen. Borgnet bemerkt,
dass das Siegel verloren, das Monogramm echt sei und dass die Urkunde
in der ersten Zeile, der königlichen Unterschrift und Reeognition verlängerte
Schrift, an der Siegelstelle den Kreuzschnitt aufweise; nach
Wauters gehört das angebliche Original, jetzt im Staatsarchiv zu Namur,
dem 11. Jahrhundert an. Die im Drucke Borgnets verstümmelte Datirung
imperii auct. ergänze ich nach Wauters in imperü autem II.