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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 92. Band, (Jahrgang 1878)

Die  Urkunden  Karls  III.

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Titel  sind  echt,  die  Arenga  unecht,  die  Publicationsformel  mindestens ­
  durch  Christi  fidelibus  verderbt;  die  Erwähnung  der
Intervention  Liutwards  —  archicancellarii  et  Vercettensis  episcopi
  —  weist  auf  eine  echte  Vorlage. 1  Die  Fälschung  ergibt
sich  zweifellos  aus  dem  Satze:  qualiter  .  .  coenobium  a  quodam
Ruthardo  duce  bonae  memoriae  viro  liberali  manu  et  liberdlibus
investituris  constructum,  deo  et  eins  genitrici  attitulatum  denuo
rterata  libertate  donavimus,  donando  concessimus,  concedendo
nostra  imperiali  auctoritate  firmavimus. 2  Die  Fälschung  scheint
demnach  ziemlich  jungen  Ursprungs  gewesen  zu  sein.
Von  einer  Fälschung  für  Prüm 3  kenne  ich  nur  den  von
Görz  mitgetheilten  Auszug. 4  Der  hier  gegebene  Nachweis  der
Fälschung  ist  evident;  die  Datirung  wurde  der  echten  Urkunde
für  dieses  Kloster 5  entnommen  und  durch  Epacten  und  Concurrenten
  verschönert.
Bedeutend  seltener  werden  Urkunden  für  Privatpersonen ­
  zu  Fälschungen  benützt.  Dies  ist  der  Fall  mit  dem
Diplom  für  Sanction. 0  Das  Protokoll  ist  vollständig  echt;

1  Der  Kaisertitel  verweist  sie  in  die  Jahre  881—887.
2  Hier  bricht  das  Fragment  ab;  Crusins  erwähnt  noch  eodern  diplomate
Carolum  prohibuisse,  ne  quisquam  coenobii  monachis  iniuriam  inferat,
atque  permisisse  eis  potestatem  in  demortui  ahhatis  locum  alium  idoneum
mbstituendi;  würde  dieser  Auszug  sich  genau  dem  Wortlaut  der  Urkunde
anschliessen,  so  ergäben  sich  ebenso  unhaltbare  Formeln.
3  nr.  104.
4  Mittelrhein.  Regesten  211  nr.  740;  der  Druck  Analyse  crit.  de  la  Collection ­
  des  diplomes  de  M.  le  comte  de  Renesse  (par  Kreglinger),  Anvers
1836,  war  mir  nicht  zugänglich;  im  Archiv  von  Koblenz  Transumpt
von  1399.
5  nr.  105.
6  nr.  178.  Ich  kenne  nur  den  Druck  Borgnets  in  Bulletins  de  l’acad.  r.
de  Bruxelles,  1.  Serie  4,  158,  den  in  Wauters  Regesten  304  noch  angegebenen ­
  und,  wie  es  scheint,  besseren  Druck  in  den  Ann.  de  la  societe
archeol.  de  Namur  5,  235  konnte  ich  nicht  einsehen.  Borgnet  bemerkt,
dass  das  Siegel  verloren,  das  Monogramm  echt  sei  und  dass  die  Urkunde
in  der  ersten  Zeile,  der  königlichen  Unterschrift  und  Reeognition  verlängerte ­
  Schrift,  an  der  Siegelstelle  den  Kreuzschnitt  aufweise;  nach
Wauters  gehört  das  angebliche  Original,  jetzt  im  Staatsarchiv  zu  Namur,
dem  11.  Jahrhundert  an.  Die  im  Drucke  Borgnets  verstümmelte  Datirung ­
  imperii  auct.  ergänze  ich  nach  Wauters  in  imperü  autem  II.
            
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