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Mühlbacher.
unrichtiger Jahresangabe heisst regnante Kcirolo imperatore
anno X, so könnte dies für sich allein noch andere Erklärungsversuche
zulassen. 1 Die Arenga schliesst sich den alten Mustern
an, enthält aber eigenthümliche Varianten, welche in der
Kanzlei Karls III. nicht üblich, kurz darauf sich nachweisen
lassen; 2 die Publicationsformel ist nicht zu beanstanden, dagegen
findet die Ankündigung der königlichen Unterschrift
eam subterfirmavimus keinen Beleg; jede echte Urkunde, Original
wie Copie, ist mit dem Zusatz manu propria (nostra)
ausgestattet. Nicht minder bietet der Text verdächtigende
Ausdrücke, so ad praefatum (Augiense) monasterium Sindlezzesowa
generaliter nominatum; 3 est autem quod donavimus . .
in ius ac perpetuam dominationem . . in ea videlicet conditione,*
• endlich hoc est an unrichtiger Stelle vor der Pertinenzformel.
Auf den sachlich entscheidenden Verwerfungsgrund, dass hier
Liutward als Abt von Reichenau bezeichnet werde, hat schon
Dümge aufmerksam gemacht. Dazu kommt, dass das Chrismon
ganz den Eindruck ungeschickter Nachzeichnung macht
und nach K. Pertz die Schrift dem 10. Jahrhundert angehört. 5
1 Ficker, Urkundenlehre 2, 153 5 auch im Orig. nr. 63 heisst es anno imperii
praedicti regis.
2 Si fidelium nostrorum petitionibus quas pro ecclesiasticarum rerum — sonst
ecclesiarum — sibimet commissarum utilitatibus nobis suggesserint clementer
annuere ac pie prospicere volumus — sonst clementer annuimus — id
nobis ad statum regni nostri — unter Karl III. so nur Orig. nr. 63, sonst
die alte Fassung regni Stabilitäten — et ad perpetuae felicitatis gaudia
adipiscenda — sonst ad aeternam vitam feliciter obtinendam (capessendam),
aeternam remunerationem — oppido pro futurum esse — esse fehlt
in dieser Verbindung gewöhnlich — credimus; den sinnlosen Schreibfehler
oppido credimus statt liquido vermag ich nur in der Kanzlei
Arnolfs nachzuweisen Orig. 13. 1068, 1088, Wartmann 2, 307, Copie
M. B. 31, 123 (Recogn. Ernust und Engilpero), unter Ludwig dem Kind
ist er wieder verschwunden; unter Arnolf Arengen mit den jüngeren
Elementen in B. 1025, 1045, 1127, M. B. 31, 123, wesentlich gleichlautend
mit nr. 95.
3 Monasterio Sindleozesawa appellatum (nuncupatum) L 370, 372 vgl.
Dümge 79, 80 nr. 15, 16, quod dicitur S. Dümge 84, monasterium s. Mariae
quod dicitur Augia Karl III. nr. 7, 162,
4 Unter Karl III. nur ea videlicet ratione und ähnliche, nie conditione.
5 Dümge betont nur die Uebereinstimmung der äusseren Merkmale unter
sich, ohne anzugeben, ob sie auch mit jenen der Kanzlei Karls III.
übereinstimmen.