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480 Mülilb acher.
aber Abt Ingoald genannt, welcher in Diplomen nur 818—829
erscheint; 1 die Annahme eines zweiten Abtes Ingoald auf Grund
dieser einen Urkunde ist mindestens gewagt. 2 Namentlich
diesem Umstand und dem Actum gegenüber wird man bei der
genauen Ueberlieferung der Farfenser Urkunden diese doch
als zweifelhaft bezeichnen müssen; sie zu verwerfen ist man
kaum berechtigt. 3 Ein Grund zur Fälschung ist auch schwer
abzusehen; Farfa war längst immun, es hatte auch von Karl III.,
auf dessen Namen Urkunden zu fälschen wohl wenig Ursache
vorhanden war, eine Immunitätsbestätigung von 883, die hier
genannten Besitzungen waren längst in der Gewere des Klosters; 4
es ist zudem wahrscheinlich, dass man Karls Zug nach Born
benützte, um eine Privilegienbestätigung zu erwirken. 5 Möglich
von 600 Goldpfunden angedroht. Wahrscheinlich war für beide Urkunden
gemeinsame Vorlage die verlorene Immunität Ludwigs des Frommen,
Chron. Farf. Muratori SS. 2 b , 379.
1 L 155, 156, 262, ungedr. Urk. von 818 Februar 13, Juni 5 (= Acta
dep. 11, 12), B. 510 vgl. die Constructio mon. Farf. M. G. SS. 11, 529.
2 Vgl. Muratori SS. 2 b , 380 A. 45. Der Abtskatalog von Farfa kennt für
diese Zeit nur: Joannes temporibus Ludovici et Karolifilii eins imperatorum.
Anselmus temporibus Karoli imperatoris. Teuto temporibus Karoli imperatoris,
Muratori SS. 2 b , 297. Abt Johann wird 875 in B. 1788 genannt, in einer
Privaturkunde noch 878 Juli (regnante d. Karolomanno anno regni eius
in Hitalia I per ind. XI) Galletti, Gabio 112; Anselm ist auch urkundlich
beglaubigt, Chron. Farf. Muratori SS. 2 b , 408, Teuto seit 883, Chron.
Farf, a. a. O., nr. 90. Auch das Chron. Farf. lässt diese drei Aebte unmittelbar
auf einander folgen.
3 Wichtig wäre das Textverhältniss zu nr. 90 feststellen zu können; eine
Abschrift davon ist im Apparat der M. G. nicht erhalten. Das Chron.
Farf. Muratori SS. 2 b , 408 gibt das Regest abbas Teuto acquisivit huic
monasterio a Carolo Manno imperatore anno inc. 883 . . praeceptum
optimae libertatis, ausführlicher Mabillon, Ann. 3. 246: Teuto abbas
monasterii s. Mariae in loco Acutianus per eundem Liutwardem praesulem
et palatii archicapellanum litteras regiae tuitionis petiit obtinuitque simulque
restitutionem earum rerum quae per vim aut praesfarias eidem monasterio
abstractae erant. In nr. 34 keine Intervenienz. Unter den vorgelegten
Immunitäten ist in dem Diplom Berengars I. B. 1360 auch die Karls III.
erwähnt; in der Narratio: in quibus continebatur quomodo iqosi et antecessores
eorum Liutprandus scilicet Ratgisus Haistulfus ac Desiderius
monasterium sub sua tuitione et defensione tenuissent, also = nr. 34.
4 Acta deperd. 2—4, L 156, B. 563.
5 Die Einreihung zu 881 unterliegt kaum einem Zweifel vgl. dagegen
Pümmler, Ostfränk. Reich 2, 181 A. 17, 295 A. 100.