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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 92. Band, (Jahrgang 1878)

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442  Mühlbacher.
nostri  impressione  inferius  insigniri  prdecepimus;  auch  eine  Copie
bietet  sigillo  nostro  insigniri  iussimus. 1  Der  Ausdruck  sigiliurn
in  der  Corroborationsformel  ist  für  Deutschland  allerdings  erst
unter  Ludwig  dem  Deutschen  beglaubigt; 2  in  Italien  tritt  er
vereinzelt  aber  schon  825  auf 3  und  wird  hier  und  in  der  westfränkischen' ­
  Kanzlei  hie  und  da  verwendet. 4  Wird  er  auch
erst  unter  Arnolf  häufiger  gebraucht, 5  so  kann  er  doch  auch
schon  unter  Karl  III.  keineswegs  befremden.
8.
Urkundenarten.
Eine  strenge  Scheidung  der  Urkunden  in  sachliche  Gruppen ­
  ist  kaum  durchzuführen,  da  sie  inhaltlich  oft  in  einander
übergreifen  und  sich  vermengen.  Schon  die  Formeln  für
Diplome  bieten  dafür  Belege/’  Dieselbe  Erscheinung  zeigt  sich
wie  anderweitig  auch  in  den  Urkunden  Karls  III.  So  ist

modo  molare  praesumat,  dann  Strafformel  und  wieder  vollständige  Corroboration;
  diese  fehlen  im  Drucke  Muratori  Ant.  2,  47.
1  nr.  80;  halte  ich  hier  schon  die  Echtheit  des  Wortes  sigillum  für
zweifelhaft,  so  noch  mehr  in  der  Formel  bulla  nostra  iussimus  sigillari
et  sigillo  nostro  corroborari  von  nr.  99,  das  Calmet  l b ,  319  nach  einer
copie  sur  1’original  conserve  ä  S.  Mansuy  veröffentlichte;  hier  sind  die
letzten  Worte  zweifelsohne  interpolirt.  Sigilli  nostri  impressione  noch  in
der  gefälschten  Urkunde  nr.  178,  nostro  sigillo  in  der  Fälschung  nr.  18.
2  Sickel,  Beitr.  II,  Wiener  Sitzungsber.  39,  111  A.  1,  Urkundenlehre  199.
3  Unter  Lothar  I.  B.  509  Orig,  in  Turin.
4  Unter  Ludwig  II.  in  B.  670  ex  or.  und  Copie  Cod.  Langob.  375.  Unter
Karl  dem  Kahlen  in  B.  1616,  1794,  1808,  Bouquet  8,  549  nach  Tardif
110  nr.  174  Copie  s.  XI  in  Paris.  Unter  Karlmann  nur  in  der  Fälschung
Cod.  Langob.  467.
5  Orig.  B.  1032,  1035,  1047,  1052,  1060  (in  Metz),  1080,  1085,  1138,
Würdtwein  Subs.  3,  300  (Orig,  in  Marburg)  und  fünf  Copien;  das  Orig.
B.  1086  (in  München,  Kontze’scher  Fund)  hat  sogar  sigillo  bullae  nostrae.
6  Roziere  nr.  147  f.  von  diesem  überschrieben  als  donationes  cum  immunitate,
  nr.  155  Rubrik  praeceptum  confirmat.ionis  de  tributis  et  aliis  rebus
quae  reges  ad  loca  dei  dederunt  (mit  Immunität),  nr.  565  f.  überschrieben
ecclesiorum  fundationes  et  immunitates  vgl.  Sickel,  Beitr.  III,  Wiener
Sitzungsber.  47,  189.
            
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