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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 92. Band, (Jahrgang 1878)

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Mühlbach  er.

auch  geistliche  Strafandrohung  wie  sciat  se  in  futuro  aeterni
iudicis  sententia  puniendum  et  in  praesenti  C  libras  auri  poena
midtandum  1  oder  eiusdem  s.  Eusebii  iram  incurrat,  insuper  rectoribus
  ecclesiae  C  libras  auri  cidpabilis  liabeatur. 2
Eine  geistliche  Strafandrohung  allein  tritt  nur  in  zwei
Fällen  auf;  das  einemal  ist  sie  wörtlich  der  Vorurkunde  entnommen, ­
 3  das  zweitemal,  wahrscheinlich  aus  der  bestätigten
Privaturkunde  übertragen,  lautet  sie  eiusdem  s.  Mariae  omniumque
  sanctorum  iram  incurrat  et  qaod  inchoavit  perßcere  non
valeat. i
Erfinderisch  sind  die  Fälschungen;  so  droht  eine  mit  dem
Kopfabschlagen, 5  eine  andere  mit  der  anathematis  ultioß  eine
dritte  mit  dem  letzten  Gericht; 7  eine  weitere  spricht  neben
der  camera  des  Kaisers  auch  von  einer  camera  abbatis. 8

1  Orig.  nr.  25,  58,  beide  für  die  Kaiserin  Angilberga.
2  Copie  nr.  57  für  Vercelli;  ähnlich  in  Copie  nr.  93  catholicae  fielet  auctorem
  sentiat  sibi  accusatorem,  insuper  et  .  .  Ebenso  die  Formeln  impHmitus
  iram  dei  incurrat,  Roziere  nr.  66,  85,  S7,  97,  98,  358,  a  consortio
  catholicorum  alienus  existat  nr.  82  u.  ö.,  Verbindung  mit  et  insuper
nr.  197,  358.
In  nr.  51,  das  ich  aus  einer  Abschrift  Ottenthals  aus  Copie  s.  XVIII
im  Capitelarehiv  zu  Udine  vollständig  kenne  —  im  Neuen  Archiv  3,  83
und  längst  schon  bei  Ughelli  5,  146  nur  Regest  —  ist  vor  der  Geldbusse ­
  auch  noch  die  geistliche  Strafandrohung  eingefügt  Si  quis  unquam
hanc  elemosinam  ex  successoribus  nostris  .  .  abstrahere  voluerit,  ante  tribunal
  aeterni  iudicis  habeat  rationem  (Neuer  Apparat  der  M.  G.);  diese
allem  Anschein  nach  interpolirt.  Die  Pön  in  nr.  125:  Quod  si  quisque
lemerario  amu  facere  praesumpserit,  a  nobis  unacum  sententia  canonum  .  .
conferetur  nach  der  Vorlage  B.  1762.
3  Anathema  sil  nr.  107  für  Trier  aus  Orig.  Beyer  1,  77;  poena  spiritualis
schon  in  der  Immunität  Karls  des  Grossen  für  Trier,  Siekel,  Beitr.  III,
Wiener  Sitzungsber.  47,  227,  sonst  in  Formeln  bischöflicher  Urkunden,
Roziere  nr.  571  vgl.  573,  574.
4  Copie  nr.  32,  Tausch  zwischen  Liutward  und  Chur.  In  den  Formeln
häufig  et  quod  repetit,  vindecare  non  valeat  et  haec  vindicio  .  .  firma  permaniat,
  Roziere  nr.  45  u.  ö.
5  Aut  capite  puniantur  aut  tantum  auri  pondus  conferant,  nr.  140.
«  nr.  24.
7  nr.  161,  das  Protokoll  echt;  ähnlich  in  Formeln  Roziere  nr.  200,  213,  331".
8  nr.  78;  so  auch  eine  verdächtige  Urkunde  Ludwigs  II.  für  S.  Sisto,  Cod.
Langob.  375.
            
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