Die Urkunden Karls III.
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erst am Schluss der Dispositio eingefügt, 1 nur ausnahmsweise
auch die Aushändigung an die Partei erwähnt. 2
Die Formeln der Dispositio bilden eigene Gruppen und
scheiden sich nach den Urkundenarten. Sie sind also später
zu besprechen. Hier darf vielleicht an die Besitzurkunden
gemeinsame Pertinenzformel erinnert werden. So stereotyp
diese zu sein scheint, so entbehrt sie doch nicht der Individualität;
der grössere Theil ist allerdings ständig, doch damit
vermengen sich Ausdrücke, welche dem Einzelfall angepasst
sind; wie etwa zu den Pertinenzen eines Hochstifts die monasteria,
3 zu jenen eines Klosters die ecclesiae, capellae,* zu denen
einer Kirche die decimae zählen, 5 so zu einem Hofe die mansi,
aedificia; 0 vineae und silvae sind bald genannt, bald nicht; dieselbe
Rücksichtsnahme auf die localen Verhältnisse zeigt sich
auch für Gebirgsgegenden. 7 Doch auch der Sprachgebrauch
des Landes, 8 die Verschiedenheit rechtlicher Verhältnisse findet
Beachtung. Kennen die deutschen Urkunden nur mancipia
utriusque sexus, so jene für Italien servi et ancillae utriusque
sexus, 9 die verschiedenen Grade der Abhängigkeit kommen zur
Geltung. 10 Selbst davon abgesehen, lässt sich eine deutsche
und italienische Pertinenzformel unterscheiden, welche auch in
' nr. 21, 22, 86, 115; nr. GG.
2 Praeceptum raore imperiali fieri et Dodoni et Wandelmodi uxori eins
dare iussimus per quod . . Orig. nr. 158. Der Ausdruck imperiali more
noch in nr. 141, 144, 168, sämmtlich für Westfrancien.
3 nr. 13.
4 nr. 37.
5 nr. 16, 41.
6 nr. 108.
7 So in einer Schenkung 1 von Land in Rhätien nr. 115 cum silvis marchis
pratis alpis. Ausführlicher in B. 1065, Land im Zillerthal betreffend,
cum silvis montibus scilicet atque alpis venationibus forestibus . .
8 So auch in einer Urkunde für St. Gallen das landesübliche de iuchos
nostros nr. 62, wofür anderweitig iugera.
9 nr. 37, mancipia für Italien nr. 85.
,ft Cum servis et aldionibus libellariis et censualihus . . cum familiis commendatiis
libellariis atque aldionibus utriusque sexus, nr. 13 für Arezzo.
Cum servis et ancillis, aldionibus et aldionis, nr. 112 für Asti; ähnlich
nr. 82 für Reggio.
Sitzungsber. d. phil.-bist. CI. XCII. Bd. II. Hft. 28