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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 92. Band, (Jahrgang 1878)

Die  Urkunden  Karls  III.

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erst  am  Schluss  der  Dispositio  eingefügt, 1  nur  ausnahmsweise
auch  die  Aushändigung  an  die  Partei  erwähnt. 2
Die  Formeln  der  Dispositio  bilden  eigene  Gruppen  und
scheiden  sich  nach  den  Urkundenarten.  Sie  sind  also  später
zu  besprechen.  Hier  darf  vielleicht  an  die  Besitzurkunden
gemeinsame  Pertinenzformel  erinnert  werden.  So  stereotyp
diese  zu  sein  scheint,  so  entbehrt  sie  doch  nicht  der  Individualität; ­
  der  grössere  Theil  ist  allerdings  ständig,  doch  damit
vermengen  sich  Ausdrücke,  welche  dem  Einzelfall  angepasst
sind;  wie  etwa  zu  den  Pertinenzen  eines  Hochstifts  die  monasteria,
 3  zu  jenen  eines  Klosters  die  ecclesiae,  capellae,*  zu  denen
einer  Kirche  die  decimae  zählen, 5  so  zu  einem  Hofe  die  mansi,
aedificia; 0  vineae  und  silvae  sind  bald  genannt,  bald  nicht;  dieselbe ­
  Rücksichtsnahme  auf  die  localen  Verhältnisse  zeigt  sich
auch  für  Gebirgsgegenden. 7  Doch  auch  der  Sprachgebrauch
des  Landes, 8  die  Verschiedenheit  rechtlicher  Verhältnisse  findet
Beachtung.  Kennen  die  deutschen  Urkunden  nur  mancipia
utriusque  sexus,  so  jene  für  Italien  servi  et  ancillae  utriusque
sexus, 9  die  verschiedenen  Grade  der  Abhängigkeit  kommen  zur
Geltung. 10  Selbst  davon  abgesehen,  lässt  sich  eine  deutsche
und  italienische  Pertinenzformel  unterscheiden,  welche  auch  in

'  nr.  21,  22,  86,  115;  nr.  GG.
2  Praeceptum  raore  imperiali  fieri  et  Dodoni  et  Wandelmodi  uxori  eins
dare  iussimus  per  quod  .  .  Orig.  nr.  158.  Der  Ausdruck  imperiali  more
noch  in  nr.  141,  144,  168,  sämmtlich  für  Westfrancien.
3  nr.  13.
4  nr.  37.
5  nr.  16,  41.
6  nr.  108.
7  So  in  einer  Schenkung 1  von  Land  in  Rhätien  nr.  115  cum  silvis  marchis
pratis  alpis.  Ausführlicher  in  B.  1065,  Land  im  Zillerthal  betreffend,
cum  silvis  montibus  scilicet  atque  alpis  venationibus  forestibus  .  .
8  So  auch  in  einer  Urkunde  für  St.  Gallen  das  landesübliche  de  iuchos
nostros  nr.  62,  wofür  anderweitig  iugera.
9  nr.  37,  mancipia  für  Italien  nr.  85.
,ft  Cum  servis  et  aldionibus  libellariis  et  censualihus  .  .  cum  familiis  commendatiis
  libellariis  atque  aldionibus  utriusque  sexus,  nr.  13  für  Arezzo.
Cum  servis  et  ancillis,  aldionibus  et  aldionis,  nr.  112  für  Asti;  ähnlich
nr.  82  für  Reggio.
Sitzungsber.  d.  phil.-bist.  CI.  XCII.  Bd.  II.  Hft.  28
            
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