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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 92. Band, (Jahrgang 1878)

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Mühlbach  er.

Seit  833  ist  der  ständige  Titel  Ludwigs  des  Deutschen
divina  favente  gratia  fex;  1  eine  häufiger  auftretende  Variante,
welche  namentlich  der  ßecognoscent  Hadebert  mit  Vorliebe
gebraucht,  ist  divina  favente  clementia. 2  Dieses  Verhältniss  setzt
sich  unter  Ludwig  III.  und  Karlmann  fort;  die  letztere  Formel
wird  für  jenen  nur  ganz  vereinzelt, 3  etwas  öfter  für  diesen
gebraucht. 4  Anders  in  der  Kanzlei  Karls  III.  Hier  ist  die
Formel  divina  favente  clementia  rex,  nach  der  Kaiserkrönung’
imperator  augustus  feste  Regel, 5  Ausnahme  nur  mehr  die  Formel
divina  favente  gratia,  welche,  theils  eine)'  Vorurkunde  entlehnt
ist, 0  theils  nur  in  Urkunden  für  Baiern  auftritt. 7
Neben  diesen  Formeln  der  deutschen  Kanzlei  finden  sich
aber  auch  solche  fremdländischer  Herkunft.  So  seit  880  öfters
die  für  Lothar  1. 8  und  theilweise  für  Ludwig  II. 9  gebrauchte
nur  Beleg  für  Unabhängigkeit  des  Chrismons  vom  Recognoscenten.  Kein
Chrismon  trägt  das  von  Liutward  recognoscirte  Orig.  nr.  2;  doppeltes
Chrismon  nach  IC.  Pertz  in  nr.  157,  nach  Arndt  in  nr.  158,  159,  sämmtlieh
  für  Langres,  das  zweite  im  letzten  Falle  vor  der  Recognition,  in
den  beiden  anderen  Fällen  vor  der  Signumzeile.
1  Stumpf,  Reichskanzler,  Einl.  85  vgl.  79  A.  80.
2  Orig.  B.  779,  780—785,  811,  814,  826,  Wirtemberg.  U.  B.  1,  149,
Copien  B.  770  (entschieden  echt),  773.
3  Hodenherg,  Verdener  GQ  2,  15  Orig.,  B.  884  Copie,  Wilmans  517  Copie.
4  Orig.  B.  862,  873,  875  (in  Brescia),  878,  den  Copien  B.  860  (s.  XV  in
Parma),  870;  verderbt  in  M.  B.  31,  101  Copie.
5  Mit  folgenden  Varianten:
opitulante  divina  clementia  Orig.  nr.  85.
divina  pvopiliante  clementia  Copien  nr.  120,  149.
ordinante.  divina  clementia  Copie  nr.  167.
divina  praeveniente  clementia  Copie  nr.  132.
divina  largiente  clementia  Copie  nr.  142.
Die  Formel  divina  praeveniente  clementia,  hier  in  einer  Urkunde
für  Lothringen,  aus  der  Kanzlei  Lothars  II.,  divina  largiente  clementia
schon  ganz  vereinzelt  unter  Ludwig  dem  Deutschen,  B.  722  Orig.
0  nr.  59,  175,  Vorurk.  B.  855,  Wilmans  188,  die  wieder  auf  B.  793
zurückgeht.
7  nr.  74  Orig.,  153  Copie,  154  Orig.  —  sämmtlicli  von  Bischof  Egilmar
von  Passau  erwirkt  —  61  Orig.;  die  Variante  divina  largiente  gratia  in
nr.  79  Copie.
8  Seit  833,  Wiener  Sitzungsber.  85,  480;  sie  stammt  aus  der  Kanzlei  Ludwigs ­
  des  Frommen.
0  Vgl.  Stumpf,  Reichskanzler,  Einl.  84;  doch  tritt  diese  Formel,  von  den
Diplomen,  welche  sie  der  Voi’urkunde  entlehnten,  Cod.  Langob.  317,
            
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