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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 92. Band, (Jahrgang 1878)

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Mühlbacher.

unnöthig. 1  Eine  in  Karls  Kanzlei  speciell  benützte  Sammlung
lässt  sich  nicht  nachweisen;  im  Ganzen  sind  die  alten  Formeln
in  Gebrauch. 2
Bei  der  Besprechung  der  St.  Galler  Urkunden  bemerkt
Sickel, 3  dass  er  anzunehmen  geneigt  sei,  die  Concepte  für  die
Immunitätsbestätigungen  seien  von  St.  Gallen  selbst  geliefert

*  Am  häufigsten  mochte  dies  bei  dem  einfachsten  Urkundenformular,  bei
Schenkungen,  wie  nr.  22,  44,  74,  70,  137,  oder  Freilassungen  statthaben.
2  Sind  auch  drei  Formeln  bestimmt  mit  dem  Namen  Karls  III.  ausgestattet,
so  liegt  doch  keine  Urkunde  dieses  Herrschers  zu  Grunde.  Roziere  nr.  61
ist,  wie  früher  bemerkt,  Ueberarbeitung  von  ß.  816,  nr.  150  eines  Diploms
Ludwigs  des  Frommen  L  107,  Wartmann,  U.  B.  von  St.  Gallen
1,  217;  nr.  301  mit  dem  Titel  TT.  ex  dei  constitutione  et  antiquorum  regum
propagßtione  rex  Alemaniae,  der  Recognition  Ego  itaque  S.  advicem  V.
archicapellani,  in  der  Roziere  die  in  ganz  verschiedene  Zeit  fallenden
Namen  Segoin  und  Witgar  sehen  will,  und  dem  allerdings  886  möglichen
Actum  in  Rotwila  ist  in  ganz  ungewöhnlichen  und  unkanzleimässigen
Formeln  abgefasst  und  nur  Stilübung  oder  sie  geht  höchstens  auf  eine
Privaturkunde  zurück;  nr.  568  mit  dem  Titel  K  —  in  der  Münchner  und
Wiener  Handschrift  aber  Hl.  —  divina  ordinante  clementia  fusst  ebensowenig ­
  auf  einem  echten  Diplom.
Aus  der  Wiener  Handschrift  des  Codex  Udalrici  veröffentlichte
Gretser,  Opp.  10,  694  nr.  6  (Nachdruck  in  Ludewig,  SS.  Bamberg.  1,
862  nr.  6)  =  Mager,  De  advoc.  arm.  417,  eine  Formel  mit  der  Sigle  C,
welche  Hund-Gewold  1,  246  (ed.  Rat.  164)  in  Carolus  auflöste  und
Karl  III.  zuschrieb;  dieselbe  Auflösung  bei  Eecard,  Corp.  hist.  2,  38;
Bouquet  9,  468  nahm  sie  trotz  der  Namen  Tuto  von  Regensberg  und
St.  Emmeram  für  Karl  den  Einfältigen  in  Anspruch;  bei  Lünig,  Reichsarchiv ­
  17,  822,  findet  sie  sicli  zu  Karl  III.,  18,  645  zu  Karlmann  vgl.
Lazius,  Migrat.  248  und  18,  648  zu  Konrad  I.  Die  Formel  beruht  auf  der
Urkunde  Konrads  I.  B.  1251,  Boehmer,  Acta  Conr.  23  nr.  20  vgl.  Jaffe,
Bibi.  5,  8;  mit  dem  richtigen  Namen  Chuonradus  in  Goldast,  Constit.
1,  210.  Dagegen  sind  drei  andere  Urkunden  Karls  III.,  einst  im  Archiv
der  Capelle  in  Regensburg,  welche  durch  die  Vergabung  derselben  an
Bamberg  (St.  1517)  unter  Heinrich  II.  dahin  gekommen  waren,  im  Codex
Udalrici  unter  theilweiser  Belassung  der  Namen  und  der  Datirung  zu
Formeln  verarbeitet,  nr.  74,  110,  129,  Eceard  2,  36  nr.  19,  20,  37  nr.  21,
auch  Gretser,  Opp.  10,  693  nr.  2—4  ---  Ludewig  1,  860  nr.  2—4  vgl.
Jaffe,  Bibi.  5,  7;  Reg.  ex  or.  Bamberg,  bei  Heyberger,  Ichnogr.  Bamberg.
82,  83;  nr.  74,  auch  im  Bamberger  Chartular  f.  81.  Ausser  diesen  Urkunden ­
  ist  für  den  Cod.  Udalr.  noch  eine  St.  Emmerainer  Urkunde  nr.  75,
Eccard  2,  103  nr.  115,  benützt  und  zur  Formel  umgearbeitet.
3  Kaiserurk.  15  vgl.  Ficker  1,  285.
            
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