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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 92. Band, (Jahrgang 1878)

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Mülilb  acher.

Die  Kaiserjahre  sind  im  Ganzen  sehr  verlässlich; 1  als
ausschliessliche  Regierungsepoche  sind  sie  mit  Vorliebe  von
Waldo  verwendet.
Als  Karl  882  nach  dem  Tode  seines  Bruders  Ludwig
nach  Deutschland  gekommen  war,  ,empfieng'  er  auf  dem
Reichstag  zu  Worms  die  Grossen  des  Reiches.  Zwei  Urkunden
aus  dieser  Zeit  —  882  Mai  17,  22 2  —  zählen  noch  nicht
nach  den  Regierungsjahren  im  neuen  Reich;  erst  am  19.  Juli
tritt  der  annus  in  Francia  auf. 3  Diese  Epoche  wird  von  Waldo
nur  vereinzelt, 4  nie  dagegen  von  Segoin,  von  Inquirin  ziemlich
regelmässig, 5  seit  885  mit  besonderer  Vorliebe  von  Amalbert
gebraucht;  dieser  fügt  einigemale  auch  den  in  der  Kanzlei
Ludwigs  des  Deutschen  und  Ludwigs  III.  üblichen  Zusatz  in
orientali  Francia  bei. 6  Sie  findet  sowohl  in  Urkunden  für
Deutschland  als  auch  Italien  —  hier  indess  seltener  —  und
Westfrancien  Verwendung.
Noch  grössere  Ungenauigkeit  bieten  übrigens  die  italienischen
Privaturkunden;  so  wird  in  Lueca  zwischen  22.  Deceraber  —  21.  December
  noch  nicht  erhöht  —■  und  5.  Jänner,  887  sogar  schon  8.,  13.  November ­
  umgesetzt,  Mem.  di  Lucca  5 b ,  5G5,  594.  Aus  lombardischen
Urkunden  ergibt  sich  der  weite  Termin  December  bis  März  20,  nur  in
einer  Urkunde  aus  Bergamo  ist  im  Februar  schon  umgesetzt,  Cod.  Langob.
54G,  548,  563.
1  Irrig  sind  sie  nur  in  den  Orig.  nr.  40.  Recogn.  Ernust,  63,  Recogn.
Waldo,  162,  163  —  das  unmögliche  Jahr  VIII  •—■  Recogn.  Inquirin,  173,
174,  Recogn.  Fredebold;  für  nr.  66  irrig  bei  Martens  2,  31  a.  r.  IV
statt  II.  Die  Datirung  der  nur  in  den  Passauer  Chartularen  erhaltenen
Urkunde  nr.  130  auch  im  Auct.  Ekkeh.  Altah.  M.  G.  SS.  17,  362;  hier
statt  a.  imp.  V  irrig  a.  imp.  II.
Der  Schenkung  für  Witigowo  nr.  180  fehlt  das  Schlussprotokoll;
nach  dem  Kaisertitel  nur  zu  881—887  einreihbar,  wird  dieser  Zeitraum,
da  das  geschenkte  Gut  im  Reiche  Karlmanns  lag,  noch  um  mehr  als  ein
Jahr  eingeschränkt.  Die  Urkunde  vom  Herausgeber  Karl  dem  Grossen
zugeschrieben,  wurde  zuerst  von  Stumpf,  Reichskanzler,  Einl.  78  A.  78,
für  Karl  III.  vindicirt;  für  denselben  Witigowo  eine  Urkunde  Ludwigs
des  Deutschen  von  859  Oct.  1,  B.  797,  Zahn,  Steierm.  U.-B.  1,  9.
2  nr.  59,  60.
3  Orig.  nr.  61.
4  nr.  61,  92;  von  Salomon  nur  in  der  abschriftlich  überlieferten  Urkunde ­
  nr.  123.
5  nr.  62,  80,  89,  93,  96,  98.
6  Mit  dem  Zusatz  in  orientali  Francia  nr.  117—119,  148,  156,  157,  ohne
diesen  nr.  128-130,  137,  139  —  141,  143—145,  147,  152,  161,  167.
            
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