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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 92. Band, (Jahrgang 1878)

Die  Urkunden  Karls  III.

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einen  Italiener  weisen  —  nur  in  einem  Diplom  für  St.  Julia
in  Brescia. 1
Scheint  hier  der  Titel  notarius  zu  belegen,  dass  diese
Recognoscenten  ständig  der  Kanzlei  angehörten,  so  ist  es  kaum
unwahrscheinlich,  dass  Männer,  welche  nur  für  den  einzelnen
Fall  als  Schreiber  herangezogen  wurden, 2  auch  der  Recognition
  ihren  Namen  beifügten.  Dies  dürfte  der  Fall  sein  hei
einem  Gaidulfus  diaconus 3  und  einem  Deusdedit 4  —-  dem
Namen  nach  beide  Italiener  —  welche  nur  einmal  in  einer
italienischen  Urkunde  auftreten.  Die  Recognition  der  Fälschung
nr.  24  Signum  d.  Ansprcmdi  cancellarii  et  Guidonis  episcopi  et
Bosoni  beruht  auf  keiner  echten  Vorlage.
Wie  schon  in  der  früheren  Karolingerzeit  die  Gerichtsurkunden ­
  von  besonderen  pfalzgräflichen  Notaren  ausgefertigt
wurden, 5  so  auch  unter  Karl  III.  Von  den  beiden  unter
seinem  Vorsitz  gehaltenen  Placita 6  ist  das  eine  von  einem
Aldegrauso  notarius,  das  zweite  von  einem  Raidulfus  notarius
sui  (sacri)  palatii  geschrieben  und  unterfertigt.
Unter  Liutbert  tritt  ein  neuer  Recognoscent  auf;  sein
Name  wird  in  jedem  der  drei  Originale 7  verschieden  geschrieben:
Fredebodus,  Fredeboldus  und  Frideboldus.  Er  führt  in  zwei
Urkunden  von  887  August  11  den  Titel  cancellarius,  in  einem
Diplom  ohne  Tagesangabe  den  Titel  notarius.  In  nr.  179  endlich ­
  wird  noch  ein  Albricus  notarius  genannt.

1  Orig.  nr.  1.60  entschieden  echt;  von  Diimmler,  Ostfränk.  Reich  2,  276
A.  44,  vielleicht  wegen  der  Widersprüche  in  der  Datirung  ,als  etwas
zweifelhaft 1  bezeichnet.
2  Siekel,  Ivaiserurk.  6.
3  So  K.  Pertz,  M.  G.;  Fumagalli  C.  d.  484  und  demgemäss  auch  der  Cod.
Langob.  501  lesen  Qandulfus,  nr.  26.
1  nr.  29.  Dümmler,  Ostfränk.  Reich  2,  294  A.  99,  erklärte  diese  lieeognition
  als  ,offenbar  apokryph 1 ,  vielleicht  deshalb,  weil  auch  in  der  Urkunde
ein  schon  verstorbener  Abt  Deusdedit  genannt  ist  und  dadurch  eine
Namensverwechslung  möglich  wäre.  Ebensowenig  vermag  ich  mich  den
a.  a.  0.  178  A.  12  angedeuteten  Bedenken  gegen  die  Echtheit  anzuschliessen.

5  Sickei,  Urkundenlehre  359,  Ficker,  Forschungen  1,  20.
6  nr.  28,  35.
7  nr.  173,  174,  177.
            
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