360
Mühlbache r.
ein Jahr ausschliesslich den Titel notarius, 882 November 6 1
zum ersten Male den Titel cancettarius. Dieser bleibt der
häufigere, daneben findet sich aber noch der frühere. Am
öftesten begegnet Waldos Name in den Urkunden vom November
882 bis October 883. 884 wurde er Bischof von Freising. 2
In diesem Jahre erscheint sein Name nur noch in einer Urkunde
als Waldo episcopus. 3 Dies bildet eine Ausnahme; mit
der Erhebung auf den Bischofstuhl erfolgte zweifelsohne auch
der Austritt aus der Kanzlei, deren Vorstand allein die bischöfliche
Würde bekleidete.
Im Ganzen tragen 34 Urkunden Waldos Namen, darunter
aber auch zwei Diplome, von denen das eine nach den Jahresdaten
zu 886, das andere zu 887 einzureihen ist.
Das erste, eine Schenkung für den Getreuen Otpert, 1 ist
nur durch das jetzt verlorene Andlauer Chartular überliefert.
Orig. 61, 75, Valdo notarius im Orig. 74, nur Walto im Orig. 63, Waldo
cancellarius in den Orig. 68, 70, 72, 73, 76, 77, 97, 102, Walto cancellarius
im Orig. 67.
Aus der verschiedenen Schreibung des Namens glaubte Siclcel
früher, Beitr. II, Wiener Sitzungsber. 39, 108, in der Kanzlei Karls III.
mehr als einen Waldo annehmen zu müssen, einen Kanzler Waldo, einen
Notar Walto und vielleicht noch einen Notar Waldo. Diese Variante
ist in keiner Weise entscheidend; noch grössere Abweichungen zeigt der
Name Fredebold in Originalen; so wird auch in der Kanzlei Arnolfs in
Originalen Aspertus und Asbertus, Engilpero und Engilbero geschrieben.
Dass der Umstand, dass Waldo später wieder notarius heisse, nicht ,unbedingt
1 zur Annahme verschiedener Personen nöthige, hat schon Diimmler,
Ostfriink. Reich 2, 294 A. 99, bemerkt. Sickel selbst hat seine
damalige Annahme aufgegeben. Gegen die Identität des Subdiakons
Walto in der Kanzlei Ludwigs des Deutschen und des gleichnamigen
Kanzlers in der Karls III. macht Sickel namentlich die Verschiedenheit
der Schrift und Schreibschule geltend. Ich bemerke noch, dass nach den
Abschriften der M. G. sich nur in drei Originalen — nr. 31 mit Waldo
not., nr. 67 Waldo canc. im Pariser Orig., dagegen in dem Frankfurter
Orig. Walto canc., nr. 92 Waldo not. — recognovit findet.
Die Copien bieten mit Ausnahme von nr. 136 nur die Namensform
Waldo; diese ist in nr. 65 in Walleso, in nr. 93, bei Cappelletti 12,
146 in Juriaph verderbt.
1 nr. 64, das Original aus dem noch Falke 735 schöpft, jetzt verloren.
2 Ann. Alam. 885, Weingart. 885, M. G. SS. 1, 52, 66.
3 nr. 109 Ch.
* nr. 136.