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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 92. Band, (Jahrgang 1878)

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Mühlbache  r.

ein  Jahr  ausschliesslich  den  Titel  notarius,  882  November  6  1
zum  ersten  Male  den  Titel  cancettarius.  Dieser  bleibt  der
häufigere,  daneben  findet  sich  aber  noch  der  frühere.  Am
öftesten  begegnet  Waldos  Name  in  den  Urkunden  vom  November ­
  882  bis  October  883.  884  wurde  er  Bischof  von  Freising. 2
In  diesem  Jahre  erscheint  sein  Name  nur  noch  in  einer  Urkunde ­
  als  Waldo  episcopus. 3  Dies  bildet  eine  Ausnahme;  mit
der  Erhebung  auf  den  Bischofstuhl  erfolgte  zweifelsohne  auch
der  Austritt  aus  der  Kanzlei,  deren  Vorstand  allein  die  bischöfliche ­
  Würde  bekleidete.
Im  Ganzen  tragen  34  Urkunden  Waldos  Namen,  darunter
aber  auch  zwei  Diplome,  von  denen  das  eine  nach  den  Jahresdaten ­
  zu  886,  das  andere  zu  887  einzureihen  ist.
Das  erste,  eine  Schenkung  für  den  Getreuen  Otpert, 1  ist
nur  durch  das  jetzt  verlorene  Andlauer  Chartular  überliefert.

Orig.  61,  75,  Valdo  notarius  im  Orig.  74,  nur  Walto  im  Orig.  63,  Waldo
cancellarius  in  den  Orig.  68,  70,  72,  73,  76,  77,  97,  102,  Walto  cancellarius
  im  Orig.  67.
Aus  der  verschiedenen  Schreibung  des  Namens  glaubte  Siclcel
früher,  Beitr.  II,  Wiener  Sitzungsber.  39,  108,  in  der  Kanzlei  Karls  III.
mehr  als  einen  Waldo  annehmen  zu  müssen,  einen  Kanzler  Waldo,  einen
Notar  Walto  und  vielleicht  noch  einen  Notar  Waldo.  Diese  Variante
ist  in  keiner  Weise  entscheidend;  noch  grössere  Abweichungen  zeigt  der
Name  Fredebold  in  Originalen;  so  wird  auch  in  der  Kanzlei  Arnolfs  in
Originalen  Aspertus  und  Asbertus,  Engilpero  und  Engilbero  geschrieben.
Dass  der  Umstand,  dass  Waldo  später  wieder  notarius  heisse,  nicht  ,unbedingt ­
 1  zur  Annahme  verschiedener  Personen  nöthige,  hat  schon  Diimmler,
  Ostfriink.  Reich  2,  294  A.  99,  bemerkt.  Sickel  selbst  hat  seine
damalige  Annahme  aufgegeben.  Gegen  die  Identität  des  Subdiakons
Walto  in  der  Kanzlei  Ludwigs  des  Deutschen  und  des  gleichnamigen
Kanzlers  in  der  Karls  III.  macht  Sickel  namentlich  die  Verschiedenheit
der  Schrift  und  Schreibschule  geltend.  Ich  bemerke  noch,  dass  nach  den
Abschriften  der  M.  G.  sich  nur  in  drei  Originalen  —  nr.  31  mit  Waldo
not.,  nr.  67  Waldo  canc.  im  Pariser  Orig.,  dagegen  in  dem  Frankfurter
Orig.  Walto  canc.,  nr.  92  Waldo  not.  —  recognovit  findet.
Die  Copien  bieten  mit  Ausnahme  von  nr.  136  nur  die  Namensform ­
  Waldo;  diese  ist  in  nr.  65  in  Walleso,  in  nr.  93,  bei  Cappelletti  12,
146  in  Juriaph  verderbt.
1  nr.  64,  das  Original  aus  dem  noch  Falke  735  schöpft,  jetzt  verloren.
2  Ann.  Alam.  885,  Weingart.  885,  M.  G.  SS.  1,  52,  66.
3  nr.  109  Ch.
*  nr.  136.
            
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