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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 92. Band, (Jahrgang 1878)

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Mühlbache  r.

eintrat,  steht  ausser  Frage; 1  dasselbe  dürfte  auch  von  seinem
Bruder  Waldo  gelten. 2  Vielleicht  ist  dies  auch  bei  Amalbert
der  Fall;  ein  Amalbertus  monackus  schreibt  860,  861,  874
(868)  —  hier  auch  presbiter  genannt  —  St.  Galler  Urkunden. 3
Damit  ist  auch  das  Material  erschöpft. 4  Speciell  für  Reichenau,
mit  dem  auch  Ernust  in  Verbindung  stand, 5  fehlen  alle  Nachrichten; ­
  das  dortige  Todtenbuch  verzeichnet  keinen  Namen,
der  hier  herangezogen  werden  könnte. 0  So  sind  wir  auf  ein
mageres  Nainensverzeichniss  angewiesen.
Der  gewöhnliche  Titel  des  Recognoscenten  ist  wie  anderweitig ­
  notarius;  nur  ausnahmsweise  wird  auch  die  geistliche
Würde  benannt.  Der  Titel  Kanzler  tritt,  einen  besonderen
Fall  ausgenommen,  von  879  bis  November  882  nicht  auf;  ihn
führt  zuerst  Waldo,  dann  Amalbert,  daneben  aber  auch  Salomon
  und  Fredebold.
Das  Kanzleipersonal  ist  ein  neues;  keiner  dieser  Namen
lässt  sich  in  den  Kanzleien  Karlmanns,  Ludwigs  III.,  Karls
des  Kahlen  nachweisen,  deren  Reiche  Karl  III.  zufielen.  Es

1  Dümmler,  Formelbueh  104,  Heidemann,  Salomon  III.  von  Konstanz  vor
Antritt  des  Bisthums,  Forschungen  7,  454  A.  1.
2  Dümmler,  St.  Galler  Denkm.,  Züricher  Mittheil.  12,  263,  Formelbueh  121,
Sichel,  Beitr.  II,  Wiener  Sitzungsber.  39,  109.
3  Wartmann,  U.  B.  von  St.  Gallen  2,  94,  100,  193.  Dass  er  mit  dem  im
St.  Galler  Nekrolog,  St.  Galler  Mittheil.  11,  57,  zum  4.  November  verzeichneten
  Amalbertus  monachus  atque  presbiter  identisch  sei,  wie  Sickel,
Kaiserurk.  5,  vermuthet,  scheint  sehr  fraglich,  da  er  nicht  mehr  von
der  ersten  Hand,  welche  doch  noch  den  Tod  K.  Konrads  I.  zum  23.  December
  verzeichnet,  eingetragen  ist.  Die  Schrift,  welche  im  Reichenauer
Todtenbuch,  Züricher  Mittheil.  6,  62,  einen  Amalbertus  zum  9.  August,
einträgt,  ist  gleichfalls  zu  jung,  vgl.  24.  Juni  die  Eintragung  Liutwart  episcopus.
  Amalbert  tritt  zuerst  in  Urkunden  für  Italien  auf;  möglicherweise ­
  ist  er  identisch  mit  dem  Amalbert,  der  877  das  Testament  Angilbergas,
  der  Witwe  Ludwigs  II.,  Cod.  Langob.  452,  schreibt.
4  Es  wäre  denn,  dass  man  den  Albricus  notarius  in  nr.  179  mit  dem
Albricus  mon.  atque  presb.  des  St.  Galler  Todtenbuches  a.  a.  0.  31  zum
26.  Jänner  identificiren  wollte;  dieser  ist  von  der  ersten  Hand  eingetragen, ­
  während  ein  Iiernest  mon.  de  Muorbah  zum  24.  November  von
späterer  Hand  geschrieben  nicht  in  Betracht  kommt.
5  Das  Diplom  Arnolfs  für  Ernust,  Diimge  83,  ist  aus  Reichenau  erhalten.
0  Zum  29.  September  ist  zwar  ein  £Imist  presb.  eingetragen,  der  aber  entschieden ­
  einer  späteren  Zeit  angeliört,
            
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