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Mühlb aeher.
Liutward ist Karls allmächtiger Günstling, sein einflussreichster
Rathgeber; 1 sagte man doch von ihm, dass er mächtiger
sei als der Kaiser und von allen mehr geehrt und gefürchtet
werde als dieser selbst. 2 Schon 880 wünscht der Papst dessen
Vermittlung, 3 er bittet ihn direct um dieselbe. 4 In einer Reihe
von Urkunden tritt der ,geliebte Rath, der vielgeliebte Erzkanzler'
als Fürsprecher auf 5 und wird vom Kaiser reich bedacht.
0 882 vermittelt er den schmählichen Vertrag von Elsloo
lind man beschuldigte ihn, dass er sich von den Normannen
bestechen liess; noch im selben Jahre führte er Angilberga,
die Witwe Ludwigs II., welche wegen Umtrieben mit ihrem
Schwiegersohn Boso nach Deutschland verbannt worden war,
nach Italien zurück. 7 Im Beginn des Jahres 886 ging er als
Gesandter nach Rom. 8 Der lang gehegte Groll gegen den
,allgemein gehassten' Günstling, den man sogar der Ketzerei und
1 Maximus consiliator regis palacii fait. Ann. Fuld. 887 p. IV. Regino
887 nennt ihn ,in administrandis publicis utilitatibus unicum consiliarium‘.
2 Iste prior imperatori et plus quam imperator ab omnibus honorabatur et
timebatur. Ann. Fuld. 887 p. IV.
s J. R. 2548 vgl. 2507.
4 J. R. 2602, 2618.
5 Dilectus consiliarius et arcliicancellarius wird Liutward genannt in nr. 23,
26, 114, strenuus atejue Intimus consiliarius nostrique palaiii summus archicancellarius
in nr. 127 vgl. 50 — ähnlich in den Fälschungen nr. 71:
summus consiliarius et arcliicancellarius, nr. 78 nosterque summus (im
Drucke der M. G. Chartae 1, 66 das sinnlose nostvaeque signaturae)
consiliarius et arcliicancellarius — summus arcliicancellarius et consiliarius
in nr. 82, dilectus arcliicancellarius in nr. 32, 57, 93, 97, 103, 109, 171
vgl. 30,. 31, 37, 112, dilectissimus arcliicancellarius in Orig. nr. 41, vir
clarissimus in nr. 122, ob deprecationem Liutuhardi Vercell. episcopi aliorumque
nostrorum principum im Orig. 157. Oefter heisst er auch nur
fidelis. Zweidrittel der Interventionen beziehen sich auf Italien, fünf auf
Deutschland, darunter drei für Reichenau, fünf auf Westfrancien.
6 nr. 32, 97 vgl. nr. 57, Ratperti casus s. Galli M. G. SS. 2, 73. Multisque
beneficiis ab eo ablatis . . de palatio expulit. Ann. Fuld. 887 p. IV. In
der schon erwähnten Widmung der Sequenzen nennt ihn Notker auch
Abt von Bobbio, das auch Lothars I. Kanzleivorstand Hilduin innegehabt
zu haben scheint, Wiener Sitzungsber. 85. 506 A. 5.
7 Hincmari Ann. 882.
8 Ann. Fuld. 886 p. V.