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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 92. Band, (Jahrgang 1878)

Die  Urkunden  Karlß  III.

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Kanzlei  Karls  III.  In  seinem  Namen  sind  jedoch  nur  zwei
Urkunden  von  877  April  15  und  August  18  recognoscirt,
Was  seinen  Austritt  veranlasste,  ist  unbekannt;  vielleicht  wurde
er  durch  Liutward  verdrängt.  Er  starb  erst  887. 1
Liutward, 2  allem  Anscheine  nach  ein  geborner  Schwabe
und  vielleicht  in  Reichenau  erzogen, 3  wurde  von  Karl  trotz
der  niederen  Herkunft  zu  den  höchsten  Würden  erhoben,  als
dieser  die  Regierung  antrat. 4  Schon  die  erste  Urkunde  unterfertigt ­
  er  als  Kanzler,  die  dritte  nur  mehr  im  eigenen  Namen
und  bereits  die  nächste  wird  ad  vicern  Liutwardi  recognoscirt.
Seit  878  steht  er  an  der  Spitze  der  Kanzlei,  im  März  desselben ­
  Jahres  erscheint  er  zuerst  in  einem  Original  als  archicancellarius;
 5  bald  wird  ihm  auch  das  Bisthum  Vercelli  übertragen, ­
  880  Februar  wird  er  schon  Bischof  genannt. 0

1  Eegino  887.
2  Die  regelmässige  Schreibung  in  Originalen  ist  Liulwardus;  daneben
findet  sieb  Liutuhardus  nr.  41,  Gl,  Lituardus  nr.  63.  Die.  meisten  Varianten ­
  weisen  die  "von  Amalbert  recognoseirten  Urkunden  aut',  so  Liutliuardus
  nr.  138,  145,  158  vgl.  159,  Liutliuwardus  nr.  148,  156,  157,
Lituwardus  nr.  150;  die  Naraensform  ist  nach  den  Abschriften  der  Mon.
Germ,  in  Liutwardus  zu  verbessern  in  nr.  4,  17,  25,  91,  131,  135,  162.
Bei  anderen  Abdrücken  aus  den  Originalen  liegen  zweifelsohne
Lesefehler  vor.  So  liest  Campi  immer  Luituardus,  Tiraboschi  Liutuardus,
Sanclemente  Liuttuardus.  Die  Copien  bieten  ausser  Luitwardus  häufig
Liutuardus,  Liutardus,  Lmthardus,  Liutoardus,  Liutgardus,  Luttuardus.
Leutardus,  Hutuavdus,  Limtliuardus,  Liumikhardus,  Wichardus  nr.  171,
Lunginarius  nr.  80./
Ueber  die  Verschiedenheit  der  Namensschreibung  in  Originalen
Stumpf,  Wirzb.  Immun.  2,  35  A.  60.
3  Dümmler,  Ostfränk.  Reich  2,  112  A.  79,  280;  nr.  97  Orig,  ist  Bestätigung
einer  Precarie  Liutwards  mit  Reichenau.  In  nr.  103,  162,  163  erscheint
er  als  Intervenient  für  dieses  Kloster,  fälschlich  in  nr.  95  sogar  als
dessen  Abt.
4  Imperator  .  .  priscis  temporibus  i.  e.  ex  quo  rex  in  Alamannia  constitutus
est,  quendam  de  suis  ex  infimo  genere  natum  nomine  Liutwardum  supra
omnes  in  regno  suo  exaltavit.  Ann.  Fuld.  887  p.  IV.
6  nr.  9.  In  der  Fälschung  nr.  78  wird  ihm  noch  der  Titel  totius  Italiae
archicancellarius  beigelegt.
G  nr.  21  Orig.  Als  episcopus  Vercellensis  wird  er  bezeichnet  in  nr.  47,  48,
57,  71,  78,  93,  103,  122,  162,  163.
            
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