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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 92. Band, (Jahrgang 1878)

•  -SK

348  Muli  11)  ach  er.
erscheint  er  ohne  diesen  Titel,  wenn  an  seiner  statt  unterfertigt ­
  wird. 1
Denselben  Weg  wie  der  Titel  cancellarius  nahm  auch  die
Titulatur  archicancellarius.  Diese  war  jedenfalls  schon  früher
in  officiellem  Gebrauch,' 2  doch  man  schloss  sie  aus  der  Recognitionsformel
  aus.  Hier  begegnet  sie  zuerst  853  unter
Ludwig  II., 3  um  aber  schon  im  nächsten  Jahre  unter  anderen
Titulaturen  sich  zu  verlieren. 4  863  taucht  sie  wieder  in  der
Kanzlei  Lothars  II.  auf. 5  Sie  findet  indess  weder  in  den  Urkunden ­
  Ludwigs  des  Deutschen  noch  Karls  des  Kahlen  Eingang. ­
 6  Selbst  für  die  Kanzlei  Karlmanns  und  Ludwigs  III.  ist
sie  durch  kein  Original  beglaubigt,  für  die  letztere  aber  sehr
wahrscheinlich. 7  Sie  wird  dagegen  durch  Liutward  in  der

1  Eine  Ausnahme  bildet  nur  B.  G94  Copie.  Hrodmund  führt,  selbst  wenn  er
nur  im  eigenen  Namen  unterfertigt,  auch  nach  858  den  alten  Titel  notarius,
Beyer  1,  98,  100  —  B.  700  Copie  s.  X  in  Lib.  aur.  Prum.  B.  099  (M.  G.
SS.  21,  363)  Lorscher  Ch.
2  Wiener  Sitzungsber.  85,  506  n.  5  vgl.  527  n.  1,  Waitz,  V.  G.,  3,  429
n.  3.  Summus  cancellarius  im  Text  einer  Urkunde  Ludwigs  des  Frommen,
L.  159  vgl.  Sickel,  Urkundenlehre  98.
3  Drei  ungedruekte  Originale  für  Montamiato  zu  Siena  (ad  vicem  Dructemiri
  archicancellarii)  M.  G.,  B.  635  gleichzeitige  Copie,  B.  644  Transumpt
von  1261  vgl.  Pertz’  Arch.  5,  022.
4  Archinotarius  B.  654  (Cod,  Lang.  348),  Orig,  in  Brescia,  Sacri  palatii
archinotarius  B.  634  und  Memorie  di  Lucca  4’’,  44  (dem  Orig,  eines
Placitums  inserirt),  Mabillon,  Dipl.  533  e  ch.  Casaur,  S.  palatii  protonotarius
  Cod.  Lang.  380  Orig.,  Ficker,  Forschungen  4,  18  Ch.  s.  XIII,  Campi
1,  460.  Die  Bedenken  Sickels,  der  damals  geneigt  schien  diese  Urkunden ­
  deshalb  zu  beanstanden,  Beitr.  If,  Wiener  Sitzungsber.  39,  148,  sind
gerade  den  Eigenthümlichkeiten  der  Kanzlei  Ludwigs  II.  gegenüber  kaum
begründet.  Die  Titel  archinotarius,  summus  palatii  notarius  auch  im  Text
von  L.  334,  367.
5  Ercamboldus  regiae  dignitatis  archicancellarius  B.  703,  Orig,  in  Paris,  704
(Beyer  1,  105)  Copie  s.  X  in  Lib.  aur.  Prum.  Ereambolds  Nachfolger
Grimbland  heisst  wieder  nur  cancellarius,  so  auch  in  einem  Briefe
Lothars  II.  an  Nicolaus  I.,  Baronius  ad  866  nr.  37.
c  Die  nur  nach  einem  Chartular  gedruckte  Urkunde  B.  1002  mit  der  Recognition
  Theudo  canc.  ad  vicem  Hludowici  archicancellarii  ist  auch  aus
anderen  Gründen  verdächtig;  B.  778  ist  entschieden.  Fälschung.
7  Unter  Karlmann  in  Ii,  862  (nach  Valentinelli  Reg.  nr.  53  neuere  Copie
auf  der  Marciana),  B.  870  Ch.  s.  XV  im  Arch.  centr.  zu  Venedig  M.  G.
(bei  Rubeis  444  fehlt  die  Recognition),  unter  Ludwig  III.  in  B.  884,
            
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