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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 92. Band, (Jahrgang 1878)

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Mühlbach  e  r.

des  Textes  verdienen  auch  die  sachlichen  Formeln  der  verschiedenen ­
  Urkundenarten  besondere  Beachtung-,  wie  sie  einzelne ­
  derselben,  die  der  Mundbriefe  und  Immunitäten,  schon
von  berufenster  Seite  gefunden;  damit  ist  auch  ein  Heranziehen
der  vielfach  verwandten  Formeln  der  Privaturkunden  gegeben.
Ist  eine  derartige  Untersuchung  in  der  Beschränkung  auf  eine
Kanzlei  auch  nur  ein  Bruchstück,  so  gewinnt  doch  das  Ergebniss
  bei  der  Stabilität  dieser  Formeln  allgemeinere  Geltung. ­
  Unter  den  Karolinger  Diplomen  wird  sich  kaum  eine
andere  Gruppe  so  sehr  dazu  eignen,  als  die  Urkunden
Karls  III.;  hier  begegnen  sich  die  Eigenthümlichkeiten,  welche
sich  seit  einigen  Jahrzehnten  in  der  deutschen,  italienischen
und  westfränkischen  Kanzlei  ausgebildet.
Noch  ein  Umstand  schien  mir  zu  beachten.  Fickers
Beiträge  zur  Urkundenlehre  sind  berufen  der  diplomatischen
Forschung  neue  Bahnen  zu  weisen;  die  Gesichtspunkte,  welche
sie  aufstellen,  werden  für  Specialuntersuchungen,  deren  auch
sie  noch  bedürfen,  massgebend  sein  müssen.  Ich  habe  sie
daher  auch  in  den  Vordergrund  gestellt.  Dagegen  glaubte  ich
auf  die  Dictatfrage  nicht  speciell  eingehen  zu  sollen;  ist  eine
solche  Untersuchung  an  sich  nur  auf  Grundlage  des  nach
Schreibern  gesichteten  handschriftlichen  Materials  durchführbar, ­
  so  lohnt  auch  die  Sicherheit  des  gewonnenen  Ergebnisses
nicht  immer  die  geforderte  Mühe.
Gleich  der  Abhandlung  über  die  Datirung  der  Urkunden
Lothars  I.  ist  auch  diese  Arbeit  eine  Vorarbeit  zu  den  Regesten ­
  der  Karolinger.  Ich  konnte  auch  für  diese  den  Apparat
der  Monumenta  Germaniae  vollständig  benützen  und  fühle
mich  für  diese  wesentliche  Förderung  Herrn  Prof.  Sickel,  wie
Herrn  Dr.  Wartmann  für  eingehende  Mittheilungen  über  die
interessante  Urkunde  für  Pfävers  zu  lebhaftestem  Danke  verpflichtet. ­
  Die  dem  Apparat  der  Monumenta  entnommenen  Angaben ­
  habe  ich  mit  M.  G.  bezeichnet  und  den  Namen  des
Gewährsmannes  beigefügt.  Die  Uebersichtstabelle  ist  nach  den
Grundsätzen  zusammengestellt,  welche  ich  schon  bei  den  Urkunden ­
  Lothars  I.  befolgt  und  in  der  Arbeit  immer  nach  den
Nummern  dieser  Tabelle  citirt.
            
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