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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 92. Band, (Jahrgang 1878)

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Büdinger.

Zwei  der  Verhörten  erzählen:  ,Wir  fuhren  heut  Nachmittags ­
  gegen  3y 2  Uhr  eben  aus  der  Stadt  und  begegneten  bei
dem  Trimitzer  Wirtshaus  dem  militar-Vieeprofossen  weinend
und  ganz  blutig,  welcher  sie  flehentlich  bath,  entweder  sich  auf
das  Pferd  zu  setzen  oder  aber  nur  geschwind  zu  Fuss  sich  aufzumachen ­
  und  denen  französischen  Deserteurs  nachzusetzen,
indem  ihnen  der  Weg  gut  bezahlt  werden  wird.  Hierüber  Helfen
wir  ihnen  alle  vier  nach;  und  weil  wir  ihnen,  da  der  eine  zu
Pferd  gegen  Sternberg  in  dem  gestrecktesten  Gallopp  zuritt,  der
andere  aber  zu  Fuss  gegen  die  Heiligenberger  Waldungen  recht
im  Flug  lief,  zu  Fuss  nicht  mehr  nachkommen  konnten,  so  rief
ich,  Norbert  Teimer,  dem  Franz  Ratschek,  der  eben  auf  dem
Felde  in  der  Arbeit  war,  aus  vollem  Halse  zu,  sein  Pferd  aus
dem  Pflug  zu  spannen,  aufzusitzen  und  ihm  nachzueilen;  welches
er  auch  sogleich  befolgte,  sich  auf  sein  aus  dem  Pfluge  gespanntes
Ross  sezte,  ihm  nacheilte  und  ihn  auch  glücklich  im  Walde
anhielt,  wo  wir  vier  inzwischen  ihm  zu  Hilfe  liefen/
Es  folgt  die  Aussage  von  Wenzel  Polzer,  Knecht  des
bürgerlichen  Bäckermeisters  Franz  Czasey,  welcher  Lafayette
täglich  spazieren  fuhr.
,Der  Staatsgefangene,  den  ich  heute  -führte,  wollte  nie
wo  anders  als  nach  Qualkowitz  und  Klein-Wisternitz  fahren
und  zurück  über  Bleich  über  das  Wasser  zum  Burgthor  herein ­
  ;  dieses  fiel  mir  Selbsten  auf,  und  ich  fragte  dahero  heut
den  Profoss,  ob  ich  links  oder  rechts  fahren  soll  und  erhielt
von  ihm  die  Antwort:  ,Ihr  wisst  schon,  dass  dieser  Herr  keinen
andern  Weg  als  jenen  nach  Q.ualkowitz  über  Klein-Wisternitz
fahren  will';  ich  habe  also  heute  diesen  Weg  wieder  eingeschlagen. ­
  Zu  Qualkowitz  beim  Wirthshaus  sagte  der  Profoss,
ich  sollte  hier  still  halten  und  voraus  bis  Klein-Wisternitz
fahren;  sie  würden  aussteigen  und  mir  zu  Fuss  nachkommen,
weil  der  Weg  zum  spatzieren  hübsch  ist  und  sich  der  Arrestant
gut  ausgehen  könne,  damit  ihm  das  Essen  und  Trinken  gut
schmecke.  lieber  diesen  Befehl  hielt  ich  an.  Der  Profoss  und
der  Staatsgefangene  stiegen  ab.  Dem  gemeinen  Mann,  der
seit  der  Zeit  als  der  neue  Herr  Festungscommandant  hier  ist,
erst  mit  dem  Staatsgefangenen  fahret,  weil  vorher  nur  der
Profoss  allein  mit  war,  gab  der  Profoss  den  Befehl,  sich  in
die  Kutsche  zu  setzen'  u.  s.  w.
            
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