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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 92. Band, (Jahrgang 1878)

B  ü  d  i  n  g  e  r.

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sie  dieselbe  an  den  Rand  eines  Bandes  von  Buffons  Naturgeschichte ­
  geschrieben,  den  die  Familie  noch  heute  bewahrt. 1
Aber  je  höher  Jeder  sie  schätzen  musste,  der  ihr  einmal  genaht
war, 2  um  so  schwerer  musste  auch  ihr  Geschick  erscheinen.
Bei  der  so  getheilten  Stimmung  wurde  das  Erscheinen  eines
allgemein  hoch  geachteten  Staatsmannes  wie  Gouverneur  Morris
in  Wien,  im  Herbste  des  Jahres  1796,  für  die  Angelegenheit
bedeutend.  Morris  kam  zunächst,  um  der  Prinzessin  Elisabeth
von  Frankreich  den  Rest  einer  von  Ludwig  NVI.  bei  ihm
deponirten  Geldsumme  zu  überbringen  und  Rechnung  über  die
Verwendung  des  Uebrigen  abzulegen. 3  Aber  er  erschien  doch
eben  persönlich  mit  der  Autorität,  welche  ihm  sein  muthvolles
Ausharren  als  amerikanischer  Gesandter  während  der  Schreckenszeit ­
  in  Paris  und  seine  Beziehungen  zu  den  hervorragenden
Persönlichkeiten  der  Coalition  gewährten.  Es  war  unmöglich,
ihm  gegenüber  dasselbe  Schweigen  zu  beobachten,  wie  gegen
die  Reden  der  englischen  Opposition  oder  selbst  gegen  Georg
Washington’s  Schreiben  als  Präsidenten  der  Vereinigten  Staaten
vom  15.  Mai  1796. 4  Zunächst  war  Thugut  freilich,  wie  man
denken  kann,  entrüstet,  als  er  in  einem,  ihm  von  Morris  vorgewiesenen ­
  Briefe  der  nach  ihrem  Wunsche  gefangenen  Dame
an  ihre  Schwester  von  Montagu  Anklagen  gegen  die  Regierung
und  über  die  Gefängnissordnung  fand,  so  dass  er  ihr  jede
Correspondenz  versagte  oder  doch  thatsächlich  erschwerte. 5
Sachlich  erklärte  er,  wie  schon  im  Jahre  vorher  Fürst  Rosenberg, ­
 6  dass  die  Freilassung  bei  dem  Frieden  erfolgen  werde;
denn  ein  solcher  hob  die  Coalition  und  ihre  Beschlüsse  auf.
Von  seinem  Wunsche,  eben  durch  Morris’  Vermittlung,  Lafayette
an  England  abzugeben,  war  schon  früher  (S.  237)  die  Bede.

1  Memoires  de  Montagu  273.  Den  Kindern  dieser  Dame,  welche  die  Sammlung ­
  publicirten,  ist  der  Brief  ihrer  Mutter  bei  Sparks,  Morris  1,447,  entgangen.
2  Wattenbach  a.  a.  0.  728.  Ueber  den  Eindruck,  den  sie  auf  den  Consul
Bonaparte  machte,  vgl.  Lasteyrie  403.
3  Es  waren  nur  noch  147  Pfund  Sterling.  Sparks,  Morris  I,  384.
4  Vgl.  überhaupt  Lafayette  30.
5  Sparks,  Morris  I,  447,  Lasteyrie  381,  Montagu  276.
0  ,Vespere  que  nous  allons  nous  arranger  et  avoir  la  paix‘  sagte  er  zum
Tröste  zu  Frau  v.  Lafayette.  Memoires  IV,  272.  Wegen  der  entsprechenden ­
  Aeusserung  .Thugut’s  vgl.  oben  S.  237,  Anm.  1.
            
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