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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 92. Band, (Jahrgang 1878)

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B  ü  d  i  n  g  e  r.

zerstört  worden  (oiEoöapxo  x<j>  Kpciaw  -q  sX-tc);  die  Lyder  aber,
nicht  furchtsam  (BstXot),  sprangen  von  den  Pferden,  kämpften
zu  Fusse  gegen  die  Perser  und  flohen  erst,  als  nach  einiger
Zeit  beiderseits  Leute  gefallen  waren  (ypsvw  Tceaövxwv  ägsoteptov).
Gegen  diese,  allerdings  etwas  ungereimte  lydische  Darstellung
dürften  sich  Xenophon’s  heitere  Worte  wenden  (VII,  2,  48):
die  Kameele  schreckten  nur  die  Pferde,  die  Kameelreiter
brachten  Niemand  um,  noch  wurden  sie  von  den  Rossreitern
getödtet,  da  kein  Ross  herankam.  Immerhin,  fährt  er  fort,
schien  es  nützlich;  aber  kein  Wackerer  habe  mehr  ein  Kameel
reiten  oder  zum  Kriegsdienst  üben  wollen,  so  dass  man  die
Thiere  wieder  für  den  Train  verwendete.  —  Ferner  gelingt
bei  Herodot  die  Einnahme  der  Burg  von  Sardes  (I,  84),  indem
der  Marder  Hyröades  einen  lydischen  Krieger  seinen  herabgefallenen ­
  Helm  an  einem  für  unersteiglich  gehaltenen  Felsen
holen  sieht  und  auf  diesem  Felswege  Perser  führt.  Einfacher
und,  wie  es  scheint,  mit  oppositioneller  Bestimmtheit,  lässt
Xenophon  eine  Leiterersteigung  (VII,  2,  2)  vorbereiten,  dann
(VII,  2,  3)  einen  ungenannten  frühem  Burgsklaven  aus  Persien
auf  dem  ihm  bekannten  steilen  Pfade  Perser  führen  —  was
mindestens  begreiflicher  ist.  —  Ein  anderes  Beispiel  ist  dies:  Auf
Krösus’  weise  Rede  vom  Scheiterhaufen  denkt  Cyrus  nach
Herodot  (I,  86),  dass  er  doch  auch  ein  Mensch  sei  1  —  evvoiaavta
v.ai  abzbc  ävOpwTOC  sd)V  —;  bei  Xenophon  spricht  er  es  aus:
o>  Kpoicc,  srefeep  avOpwitoi'  ys  aagsv  ap.ssTepot  (VII,  2,  10).  Wie
weit  Xenophon  Herodot  sonst  berücksichtigt,  bleibt  noch  zu
untersuchen.
Mit  den  lydischen  Nachrichten  über  die  Scheiterhaufenscene, ­
  wie  sie  Herodot  mit  manchem  Bedenken  gibt,  befasst
sich  Xenophon  ebenso  wenig  als  mit  den  persischen  über
Krösus’  wunderbare  Befreiung  aus  Kettennoth,  die  nur  bei
Ktesias  erhalten  sind  (fr.  4  p.  31  Müller).  Aber  nicht  rathsam
  scheint  es  mir  doch,  Herodot’s  Bericht,  d.  h.  wohl  den
Xanthos’  (vgl.  oben  S.  209),  zu  verwerfen,  wie  Trogus’  Quelle
mit  der  isokrateischen  Grosssprecherei  argumentirt:  passurusque
  Cyrus  grave  bellum  Graeciae  fuit,  si  quid  in  Croeso

1  Krösus  zweifelt  über  die  Thatsaehe  bei  Herodot  (I,  207)  noch  am  Araxes:
E?  j-üv  äOäva-o;  SoxfEi?  slvai  —  e!  oe  l'yvwza;,  oti  avOporco;  xai  au  eT;.
            
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