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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 92. Band, (Jahrgang 1878)

Krösus’  Sturz.

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welche  bei  ihm  bleiben  wollen,  Land,  Städte,  Weiber  und
Sklaven  (VII,  1,  43).  Sie  verlangen,  nur  nicht  gegen  Krösus
fechten  zu  müssen  und  scbliessen  im  Uebrigen  ihren  förmlichen
Vertrag  auf  die  von  Cyrus  angebotenen  Bedingungen:  ra  8=aXXa
  auvoiJ.ohoY^G-aVTS<;  eoouav  itfortv  zai  sXaßov  (VII,  1,  44).  ,Die
damals  gebliebenen  Egypter  sind  auch  jetzt  noch  dem  Könige
treu*  (oi  tote  eti  zal  vuv  ßastXet-wstoi  Siajj.evouci).  ,Cyrus
gab  ihnen  tbeils  im  innern  Asien  Städte,  welche  noch  jetzt
Egypterstädte  heissen,  nahe  am  Meere  bei  Ivyme  aber  Larisa
und  Kyllene,  welche  ihre  Nachkommen  noch  jetzt  besitzen'  (a?
ev.  zat  vuv  oi  ait’  ezelvwv  I/oiku).  Dieser  Vertrag  wurde  noch  im
Lager  von  Thymbrarä  (VII,  1,  45)  abgeschlossen.
Die  hier  genannten  Localitäten  hat  Xenophon  hinlänglich
kennen  gelernt,  als  er  mit  den  Kyreiern  und  dem  spartanischen
Heere 1  im  westlichen  Kleinasien  wrnilte,  auch  erwähnt  er  in
der  griechischen  Geschichte  (III,  1,  7)  bald  nach  Niederlegung
des  Commandos  die  vergebliche  Belagerung  des  ,egyptischen
Larisa'  —  r};v  AifU'/mav  zaXoup,Evr)v  —  durch  Thibron  und  dann
die  freiwillige  Uebergabe  der  Stadt  an  Derkylidas  (III,  1,  16).
Hopliten  in  Tissaphernes’  Heere  mit  langen  Holzschilden,  die
er  in  der  Anabasis  (I,  8,  9)  mit  Afy6xuoi  eXe-forto  sivai  aufführt,
werden  eben  solche  Egypter  sein.  Man  wird  annehmen  dürfen,
dass  Xenophon  von  diesen  kleinasiatischen  Egyptern  nicht
wenige  der  auf  die  Katastrophe  des  lydischen  Reiches  bezüglichen ­
  Nachrichten  und  unter  ihnen  w'ohl  auch  die  schöne
Geschichte  der  Pantheia  und  von  deren  Riesengrabe  ([j.vvju.a
üxEp[j,EY£0e?  iyjjjafri]  &q  caciv,  VII,  3,  16)  empfing.
Aber  es  leuchtet  auch  ein,  dass  Herodot  dieselben  Nachrichten ­
  nicht  erhalten  haben  dürfte,  da  er  sich  eben  die  Geschichte ­
  der  Pantheia  kaum  hätte  entgehen  lassen. 2
Hier  erhebt  sich  nun  die  Frage,  ob  Xenophon  auf
Herodot’s  Schilderung  Rücksicht  nehme.  Ich  glaube  die  Frage
bejahen  zu  können,  indem  ich  folgende  Stellen  erwäge.  Herodot
erzählt  (I,  80),  dass  die  lydischen  Pferde  vor  dem  Geruch  der
Kameele  gewichen  seien,  und  hiedurch  sei  Krösus’  Hoffnung
1  Bis  394  nach  Nitsehe,  Abfassung  von  Xenophon’s  Hellenika,  Programm
des  Berliner  Sophiengymnasiums  1871  S.  30.
2  Butters,  was  ist  die  Kyropädie?  S.  XI  kehrt  das  orientalische  Schmuckwerk ­
  bei  Herodot  bereits  hervor.
            
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