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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 92. Band, (Jahrgang 1878)

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Bü  dinge  r.

Sachlich  mag  Herodot’s  Angabe  von  14  Jahren  und
14  Tagen  der  Regierung  des  Krösus  mit  der  oben  (S.  205)
postulirten  Ergänzung  bis  zu  einem  Dritteljahre  mit  der  vielleicht ­
  nur  abrundenden  Ziffer  von  15  Jahren  stimmen.  Auch
wird  Herodot’s  (I,  77)  Eixirung  der  Einnahme  auf  den  beginnenden ­
  Winter,  die  ja  mit  der  Entlassung  der  Contingente
zu  Krösus’  Rechtfertigung  wegen  seiner  Niederlage  von  der
Quelle  verwerthet  ward,  thatsächlieh  begründet  sein.  Alyattes’
Todeszeit  in  dem  attischen  Archontenjahre  556/5  ist  anderseits ­
  nicht  näher  überliefert  und  könnte  ganz  wohl  in  den  Vorsommer ­
  555  fallen.  Man  wird  also  nur  behaupten  können,  dass
Krösus’  Sturz  in  den  Herbst  541  oder  540,  d.  h.  in  eben  die
Zeit  gehöre,  auf  welche  uns  auch  Xenophon  geführt  hatte.
Abgesehen  von  dem,  auch  für  Herodot  sachlich  unwesentlichen, ­
  durch  die  oberasiatischen  Kriege  gebildeten  Intervalle
zwischen  den  Einnahmen  von  Sardes  und  Babylon  ist  dies  Ergebnis ­
  für  den  Geschichtschreiber  durchaus  günstig.  Der  Labynetos
  in  Krösus’  Bunde  ist  nun  unzweifelhaft  Nabunahid  und  die
Gesandtschaften  an  Peisistratos  während  dessen  dritter  Tyrannis
nach  seinen  Eroberungen  ohne  alles  Bedenken,  wenn  man
eben,  wie  durchaus  zulässig,  diese  (vgl.  S.  201)  543  oder  542
beginnen  lässt.  Nur  ihrerseits  die  Chronologie  des  Ausganges
der  lydischen  Monarchie  zu  bestimmen,  zeigten  sich  diese  wie
alle  anderen  Angaben  Herodot’s  ungeeignet.
Zuerst  sind  sie,  so  viel  ich  sehe,  in  Eratosthenes’
Chronographie  verwerthet  worden.  Diese  erscheint  gänzlich
als  die  Grundlage  von  Apollodor’s  Chronika, 1  in  welchen  gegen
Ausgang  des  zweiten  Jahrhunderts  Herodot’s  Ansätze  für  uns
zunächst  nachweisbar  sind.  Apollodor  setzte  2  Thaies’  Tod  in
das  Jahr  der  Halysschlacht  und  diese  01.  58,  3  =  546/5.  Das
Jahr  ergibt  sich  aus  dem  Brande  des  delphischen  Tempels  01.
58,  1  =  548/7  (vgl.  oben  S.  203),  vor  welchem  Krösus’  Geschenke ­
  anlangten;  hiefür  muss  Eratosthenes,  beziehungsweise
Apollodor,  das  Jahr  vorher  angesetzt  haben,  die  drei  Orakeljahre ­
  in  Anschlag  gebracht,  ergibt  die  Rechnung  das  nun
kanonisch  werdende  Datum.  Auch  fällt  mit  Herodot  Harpagos’

1  Diels  S.  4.
2  Diog.  Laert.  I,  37,  38,  mit  Diels’  Erklärung  und  Emendation  S.  16.
            
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