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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 92. Band, (Jahrgang 1878)

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B  üdin  ge  r.

Babylonia  rebus  —  ohne  Mühe  das  fortuna  prioris  proelii  perculsum
  iam  Croesi  exercitum  schlagen  und  den  gefangenen  Krösus
mit  einer  Stadt  Barce  ausstatten,  die  wie  dieser  Theil  des
ganzen  Berichtes  aus  Ktesias,  so  aus  dessen  Barene  entstanden
sein  mag.  Von  der  Einnahme  Babylons  spricht  er  nicht  mehr.
Wundersam  müsste  es  denn  aber  doch  erscheinen,  wenn
nicht  neben  der  herodoteischen  auch  noch  eine  genaue  Ueberlieferung
  über  die  Zeit  der  Aufrichtung  des  Perserregimentes
in  Kleinasien  sich  erhalten  hätte.  Man  wird  zunächst  annehmen
dürfen,  dass  im  Laufe  des  peloponnesischen  Krieges  Hellanilcos,
dessen  lesbische  Heimat 1  den  Untergang  des  benachbarten  unschädlichen ­
  Lyderreiches  ohnehin  als  eine  Epoche  betrachten
musste,  bei  seinen  chronologischen  Aufstellungen  etwa  in  der
freilich  etwas  problematischen  Schrift  über  Lydien  oder  in  den
Ilcpsr/.x 2  über  dieses  Datum  sich  eine  zuverlässige  Kunde  verschafft ­
  hätte.  Denn  die  Ungenauigkeiten,  welche  Thukydides
(I,  97)  an  seiner  Ordnung  der  Thatsachen  des  fünften  Jahrhunderts ­
  rügt,  gelten  doch  Begebenheiten  von  verhältnissmässig
weit  geringerem  Belange,  während  man  in  den  griechischen
Küstenstädten  wie  auf  Lesbos  zuverlässig  wissen  musste,  wann
die  'Perserherrschaft  in  Sardes  begonnen  habe.
In  ursprünglicher  Form  ist  uns  Hellanikos’  Datirung
allerdings  nicht  erhalten.  Aber  sein  Landsmann  Phanias  von
Eresos  muss  sie  gekannt  und  dürfte  sie  in  dem  chronikartig
angelegten  Buche  über  die  Prytanen  von  Eresos  verwerthet
haben,  das  Boeckh’s  Scharfsinn  (C.  I.  Gr.  II,  304)  als  die
Quelle  des  parischen  Marmor  erkannt  hat.  Hier  nun  findet
sich  Z.  56  und  57  als  41.  Datirung  von  264  v.  Chr.:
’Atp’  cü  Kpolco?  [!£]  ’Acta?  [eicj  AiA©o[u]<;  axecxetXev
(sty)  HHFJAAAMI  äpyo'nzc  ’A0y;vy;g([v  EüöJuot^jwj.  Ueber  die
Ergänzung  der  drei  ersten  Ziffern  der  Zahl  292  (vor  264/3  =
556/5  v.  Chr.),  welche  durch  die  vorausgehende  und  die  folgenden ­
  Angaben  gesichert  sind,  kann  kein  Zweifel  bestehen;
die  Ergänzung  der  ersten  Zeile  ist  zweifelhaft;  Boeckh  schlägt
1  Wilamowitz-Möllendorf,  Memoriae  obliteratae,  Hermes  XI,  293  ff.  Sollte
die  dort  ausgesprochene  Vermuthung  begründet  sein,  dass  Hellanikos
aus  Eresos  und  nicht  aus  Mitylene  stamme,  so  würde  Phanias’  und  somit
der  parischen  Chronik  Abhängigkeit  sich  noch  leichter  erklären.
2  Müller,  Fragm.  hist.  Graec.  I,  61,  68,  IV,  633.
            
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