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B üdinger.
Cyrus’ Eilmarsch vom Schlachtfelde von Pteria gegen Sardes
(I, 79) keine Stelle fanden, also eine ganz abweichende Relation
über das Ende des Lyderreiches vorlag.
Ein vollerhaltener Zeuge persischer Ueberlieferungen über
den lydischen Krieg ist aber Xenophon in der Kyropädie. Ich
habe in einem Anhänge einige Quellen derselben darzulegen
gesucht und kann mich hier auf einige allgemeine Bemerkungen
beschränken. 1
Der Zeitunterschied von fünf oder sechs Jahrzehnten
zwischen Herodot’s und Xenophon’s Erkundigungen kommt bei
Begebenheiten, die für Beide in so weiter Zeitferne lagen,
nicht in Betracht. Auf alle Fälle war aber Xenophon an des
jüngeren Cyrus’ Hofe in Sardes und auf dem Marsche von
dort bis Kunaxa hinlänglich und weit mehr als Herodot in der
Lage, von hochstehenden Persern über die vorderasiatischen
Erobei'ungen des Reichsgründers im Ganzen begründete Nachrichten
zu erhalten. 2 Durchzogen doch die Truppen des jüngeren
Cyrus von Sardes aus eben Gebiete, welche einst zu Lydien
und Babylonien gehört hatten! Nicht als ob ich die Einzelschilderungen
Xenophon’s oder besser seiner Berichterstatter
für authentisch hielte, oder als ob ich unterschätzen möchte,
was er um seiner philosophischen Zwecke willen einzuflechten
nöthig erachtete. Auch Herodot folgt für Cyrus’ Emporkommen
und die Begründung der Perserherrschaft über Asien
— mit Ausnahme der Eroberung Lydiens, die er von dieser
Quellenströmung ausnimmt — von vier ihm vorliegenden
Relationen derjenigen, welche ,ihm nicht zu übertreiben,
1 Sauppe in der Einleitung zu seiner Edition in der Tauchnitz’schen Sammlung
(1865) gibt mit präciser Beweisführung, der ich nur durchaus beipfliehten
kann, S. XXIV—XXVI eine Uebersiclit der Controversen über
Absicht und Glaubwürdigkeit der Kyropädie, welche Breitenbach (3. Aufl.,
Teubner 1875) p. XIII—XXIII von denselben Gesichtspunkten aus im
Einzelnen polemisch ausfühlt. Die Gerechtigkeit aber erfordert doch zu
sagen, dass der auch von Sauppe gelobte Jacob Klerk ,de vita Croesi
(Lugd. Bat. 1825), wenn er auch p. 39 ff. die Brandscene irrig streicht
und überhaupt im Einzelnen durchaus veraltet ist, doch im Ganzen die
richtigen Gesichtspunkte über das Verhältniss Xenophon’s und Herodot’s
zu ihren Berichten gefunden hat. Auf die Controversen selbst näher einzugehen,
finde ich übrigens für den gegebenen Zweck nutzlos.
2 Bergk in Ersch und Gruber’s Encycl. LXXXI, 392.