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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 92. Band, (Jahrgang 1878)

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Büdi  nger.

Wären  sie  begründet,  so  würde  man  freilich,  da  Alyattes’
Regierungsantritt  in  der  parischen  Chronik  auf  das  Jahr  605/4
gut  bezeugt  scheint,  1  dessen  Ende  auf  548/7  und  Krösus’  Sturz
auf  534/3  ansetzen  müssen.  In  der  That  lässt  ihn  deshalb
Bosanquet  (S.  362)  von  548  bis  534  regieren,  ohne  die  Unmöglichkeit ­
  seines  Sturzes  nach  der  Einnahme  Babylons  und
die  noch  zu  erörternde  genaue  Bezeichnung  von  Krösus’  Regierungsanfang ­
  in  derselben  parischen  Chronik  zum  Jahre
556/5  in  Betracht  zu  ziehen.
Eine  weitere,  hier  zu  erörternde  Scheindatirung  ist  die
der  Ableitung  des  Halys  durch  Thaies,  welche  Herodot  (I,  75)
freilich  selbst  für  eine  griechische  Sage  erklärt.  Thaies’  Tod
wurde  aber  in  den  gegen  Ende  des  zweiten  Jahrhunderts  geschriebenen ­
  Chronika  Apollodor’s  in  das  Jahr  546  verlegt, 2
so  dass  die  Halysschlacht  und  mit  ihr  Krösus’  Sturz,  wenn
jene  bei  den  Griechen  vielfach  geglaubte  Geschichte 3  wahr
wäre,  spätestens  in  dieses  Jahr  fallen  müsste.  Wir  werden
aber  noch  zhi  erörtern  haben  (s.  unten  S.  214),  dass  die  Jahresangabe ­
  nur  auf  einem  Cirkelschlusse  aus  Herodot  selbst
beruht.
Endlich  ist  noch  festzustellen,  dass  eine  hieher  gehörige
scheinbare  chronologische  Angabe  Herodot’s,  die  auch  Berossos
zwischen  seine  babylonischen  Nachrichten  in  etwas  veränderter
Fassung  aufgenommen  hat,  nicht  zu  einer  Bestimmung  des
Endes  der  Lydermacht  verwendet  werden  darf.  Herodot  sagt
nämlich,  Kyros  habe  erst  nach  Unterwerfung  des  ganzen
asiatischen  Continents  die  Assyrer  angegriffen, 4  was  vorher

1  Erhalten  ist  von  der  Zahl  341  (vor  264  =  605  v.  Chr.)  nur  AAA1,  die
Ergänzung  der  im  Beginne  der  Zeile  51  vorhandenen  Lücke  durch  HHHA
stammt  von  Seiden  und  ist  von  Boeckh  p.  316  gebilligt,  so  dass  ep.  35
nun  lautet:  isp'  oü  ’A(Xuctro))(  Au8(tov  Eßa)ai).£uaEV  |§j  HHIJAAAAI.  Die
Gründe  Selden's  und  Boeekh’s  s.  unten  S.  213.  Gelzer’s  Zweifel  über  die
Zahl  (243  Anm.  2)  erklärt  sich  durch  ein  Uebersehen  der  Bemerkung
Boeckh’s  p.  317  zu  ep.  41.
2  Diels  16  und  36.
3  Rawlinson,  Herodotus  I,  170  n.  7.
1  Küpog  zr.ü  ts  tx  Travra  -rj;  jjjrslpou  ujro^elp'.a  Eironjaato  ’AoauptO'.oi  etteti'Osto.
Herodot  I,  178.  Ebenso  Berossos  fr.  14:  Kupo;  —  xaTa'jTpe<jia[j.EV0!;  trjv  Xon:r]v
’Aai'av  r.xax'i  topp.v)UEV  in!  Trjs  BaßuXwvia;.  Müller,  Fragm.  hist.  Graec.  II,
            
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