Skip to main content Jump to sidebar

Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 92. Band, (Jahrgang 1878)

KWiiüt

198

Büdinger.

1

Heeren  1  ,um  540‘  oder  538,  Bosanquet 2  534  vor  Christo.  Nur
Maspero,  Curtius,  Lenormant  und  Heeren  geben  keine  Gründe
für  ihre  Ansätze.  Die  Uebrigen  stützen  die  ihrigen  mit  mehr
oder  minder  ausführlichen  Beweisen.  Die  Wichtigkeit  des
Ereignisses  für  die  Universalhistorie  wird  eine  zusammenhängende ­
  Prüfung  dieser  Beweise  gerechtfertigt  erscheinen
lassen.  Vielleicht  wird  eine  solche  Prüfung  auch  zu  einem
positiven  Ergebnisse  führen.
Eine  Hauptstütze  der  bisherigen  Argumentationen  bilden
Angaben  Herodot’s.  Unter  denselben  sind  zunächst  die  scheinbaren ­
  Gleichzeitigkeiten  zu  betrachten.
Den  nächsten  Anhaltspunkt  gewährt  hier  der  mit  Krösus
verbundene  Beherrscher  von  Babylon  ,Labynetos‘:  ewpavvsus  8s
tüW  Baßuhwviwv  t'ov  /povov  toütov  Aaß6v7jios  (I,  77).  Diesen  mit
Nabunahid  oder  Nabunit,  dem  Naßovaotcx;,  den  der  astronomische
Kanon  als  letzten  einheimischen  König  von  Babylon  fixirt, 3
dem  NaßivvnjSos  oder  Naßovvtooq  des  Berossos, 4  für  identisch  zu
halten,  scheint  G.  Rawlinson  5  und  Geizer 3  selbstverständlich.
Den  Namen  Labynetos  führen  aber  bei  Herodot  zwei  oder
vielleicht  drei  Beherrscher  von  Babylon.  Der  eine  vermittelt
(I,  74)  mit  dem  Syennesis  von  Kilikien  nach  einer  Sonnenflnsterniss
  einen  Frieden  zwischen  Alyattes  und  Kyaxares.  Die
Sonnenfinsterniss  kann  freilich  nur  die  vom  28.  Mai  585  sein, 7
während  deren  Astyages  in  Medien  und  unzweifelhaft  Nebu-1
  Handbuch  (Göttingen  1799)  100:  ,Sieg  über  Crösus  c.  540‘;  33:  ,Crösus
bis  538‘.
-  G.  Smith,  Assurbanipal:  clironological  remarks  362.
3  Halma,  Table  cbronologique  des  regnes  (Chronologie  de  Ptolemee,  Paris
1819)  t.  I,  fase.  2,  p.  3.  Dazu  Schräder,  die  assyrisch-babylonischen  Keilinschriften, ­
  Zeitschrift  der  deutsch-morgenländ.  Gesellschaft  XXVI,  165
und  KAT.  (=  die  Keilinschriften  und  das  alte  Testament),  Giessen  1872,
332  (vgl.  unten  S.  202  Anm.  1).  Derselbe,  Keilinschriften  und  Geschichtsforschung ­
  (Giessen  1878)  534  gibt  in  der  Uebersetzung  eines  babylonischen ­
  Textes  die  Form  Nabunit.
4  In  Josephus’  Abschrift:  Müller,  Fragmenta  historicorum  Graecorum  II,
508,  Naßdvvioo;  nach  Eusebios’  Abschrift  in  Schoene’s  Ausgabe  der  Chronik
I,  50,  52,  wo  der  armenische  Text  durch  Nabonedus  wiedergegeben  wird,
p.  49,  51.
5  Five  monarehies  III,  372.
6  Zeitalter  des  Gyges  264—268,  dem  Diels  17  beitritt.
7  Geizer  265.
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.