Die Einwanderung der Baiern.
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halben. Noch viel schlimmer ist es damit für die im Norden
stehenden Stämme bestellt.
Die südöstlichen Alpenthäler werden wohl von bulgarischslavischen
Streifschaaren heimgesucht. 1 Aber 562 kennt Procop
hier noch die alte Bevölkerung der Noriker und Karner, 2
und erst im letzten Jahrzehnte des sechsten Jahrhunderts hören
wir von den Kämpfen der slavischen Bevölkerung dieser Gebiete
mit den Baiern. 3 Das ist Alles.
Bezüglich der Slaven in den Oderlandschaften erfahren wir
aber nicht einmal von Kämpfen und Kriegszügen, sei es, dass
die Berichterstatter fehlten, sei es, dass das Gebirge im Westen
oder die Beschäftigung mit dem Ackerbau sie ausschlossen.
Wenn der Mönch von Fulda im neunten Jahrhundert meldet,
dass die Sachsen (circa 534) Theile des alten Thüringerlandes,
die sie gewonnen hatten, zinspflichtigen Colonisten einräumten,
so weist dies, wenn man jene als Slaven gelten lässt, doch nur
auf ein sehr beschränktes und noch dazu friedliches Vorschieben
slavischen Volksthums. 4 Und doch ist im dritten Jahrzehnt des
siebenten Jahrhunderts Mähren und Böhmen von den Slaven fest
besiedelt. So mangeln uns auch da wieder directe Nachrichten
über die mächtige Bewegung der Slavenwelt in der zweiten
Hälfte des sechsten Jahrhunderts, für die man nothwendig einen
äussern Anstoss finden muss. Suchen wir ihn zu finden.
Bald nach der Niederlage der Hunnen in Pannonien erscheint
am Nordufer des schwarzen Meeres und um die Maeotis
ein zweiter Türkenstamm, der, wie die Hunnen aus dem fernen
Osten zugewandert, diesen glich in der Gestalt und Art seiner
Männer, sie noch übertraf an wilder Zerstörungslust: die
Avaren. Doch kaum aufgetaucht (461 und 465) 5 verschwinden
sie wieder und fast ein volles Jahrhundert wird ihr Name nicht
1 Vergl. Zeuss, Die Deutschen, S. 710 ff. a. a. 0.
2 Procopius, De bello Gotli., I. 15.
3 Paulus Diaconus, Hist. Langob. IV. 7; IV. 11; IV. 40—41; V. 22.
4 Adam v. Bremen in der Histor. eccles. I. 4. Vergl. Pertz, Mon. Germ.
I. 338, 339; II. 674—675. In der That bildet später die Saale die Grenze.
Vergl. Einh., Vita Caroli Magni, cap. 15.
5 Zeuss, Die Deutschen, S. 727 ft'. Paulus Diaconus erzählt: Avares primum
Huni, postea de regis proprii nomine Avares appellati sunt. Histor. Langob.
I. 27.
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