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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 91. Band, (Jahrgang 1878)

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Bach  in  ann,

Baioarii,  Baiuvarii  und  Beowinida  auf  ein  einfaches  Baja  neben
Bajaheim  schliesseiF.  1  Dies  liegt  aber  in  dem  Bajas  des  Geographen ­
  von  Ravenna  thatsächlicli  vor.  —
Damit  erscheint  aber  auch  der  Volksname  erklärt,  die
Identität  der  Baiern  mit  der  früheren  Bevölkerung  Böhmens  als
kaum  noch  anfechtbar.  Auf  neue  Belege,  die  sich  aus  den  Meldungen ­
  der  Stammessage  ergeben,  wird  noch  hinzuweisen  sein.
d)  Veranlassung,  Zeit  und  Verlauf  der  bairischn  Ansiedlung ­
  in  Baiern,  der  slavischen  in  Böhmen.
Die  erste  sichere  Nachricht,  die  das  Volk  der  Baiern  nach
seinem  dem  alten  Heimatlande  entnommenen  Namen  geradezu
benennt,  bietet  Jordanis  (551).  Er  nennt  die  Baiern  als  die
Ostnachbarn  der  Alemannen-Sueven,  deren  Sitze  bis  gegen
den  Inn  und  die  Donaulinie  von  Regensburg  bis  Passau  östlich
reichen.  Die  Baiern  stehen  also  zu  seiner  Zeit  noch  in  ihren
alten  Gebieten,  wenn  auch  der  Böhmerwald  keine  Naturgrenze
mehr  bildet,  seine  tiefen  Senken  und  bequemen  Joche,  die
heute  von  Bahnlinien  benützt  werden,  vielmehr  die  natürlichen
Verbindungsstrassen  zwischen  der  Hauptmasse  des  Volkes  und
den  nach  Südwesten  ins  Regen-  und  Nablaud  vorgerückten
Colonisten  bilden.
Als  aber  Venantius  Fortunatus,  einer  der  letzten  Repräsentanten ­
  der  alten  Rhetorengelehrsamkeit,  um  das  Jahr  565
aus  Italien  über  die  mittleren  Alpenketten,  Baiern  und  Alemannien
  nach  Frankreich  wanderte,  um  dort  an  König  Sigibert’s
Hof  zu  weilen, 2  da  traf  er  die  Baiern  bereits  auf  dem  Hochlande ­
  ostwärts  des  Lech  wohnend.
Si  tibi  (über)  barbaricos  conceditur  ire  per  amnes
Ut  placide  Rhenum  transcendere  possis  et  Histrum,
Pergis  ad  Augustam,  qua  Virdo  et  Licca  fluentaut,
Illic  ossa  sacrae  venerabere  martyris  Afrae.
Si  vacat  ire  viam,  neque  te  Baioarius  obstat,
Qua  picina  sedent  Breonum  loca,  perge  per  Alpem,
Ingrediens  rapido  qua  gurgite  volvitur  Oenus.  3
1  Müllenhoff,  Verderbte  Namen  bei  Tacitus,  S.  243.
2  W.  Wattenbach,  Deutschlands  Geschichtsquellen  im  Mittelalter,  I.  Band,
I.  §•  7.
3  Venantius  Fortunatus,  Vitae  S.  Martini  lib.  IV.  v.  645—  651.
            
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