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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 91. Band, (Jahrgang 1878)

876

Bachmann.

thatsächlieh  der  Beweis,  den  Zeuss  bringt,  einzelnes  Unrichtige
enthält..  \
Es  sind  vielerwähnte  Stellen  aus  dem  Ivosmographen  von
Ravenna,  auf  die  Zeuss  seine  scharfsinnige  Beweisführung  gestützt ­
  hat.  Auch  hier  sind  zwei  zu  verwerthen:  ,Quarta  ut
hora  noctis',  sagt  der  Geograph,  lib.  I.  cap.  11,  ,Nortmännorum
est  patria,  quae  et  Dania  ab  antiquis  dicitur,  cujus  ad  frontem
Albes  vel  patria  Albis.  Maurungani  certissime  antiquitus  dicebatur.
  In  qua  Albis  patria  per  multos  annos  Francorum  linea
remorata  est,  et  ad  frontem  ejusdem  Albis  Datia'.  Damit  ist
zusammenzuhalten  lib.  IV.  cap.  18:  Est  patria,  quae  dicitur,
Albis  ungani  (Zeuss  ergänzt  richtig  seu  Maurungani,  oder
nach  der  früheren  Stelle:  quae  antiquitus  dicebatur  Maurungani)
montuosa  per  longum,  quae  ad  orientem  multum  extenditur,
cujus  aliqua  pars  Bajas  dicitur.  Beide  Stellen  schliessen
sich  zusammen  zu  folgendem  Ganzen:  Vor  Dänemark,  wie  seit
Alters  das  Normannenland  genannt  wird,  liegt  Albes  oder  das
Land  Albis,  ehemals  nach  sicheren  Zeugnissen  Maurungani
genannt.  Es  ist  dies  ein  Land  ,gebirgig  nach  der  Länge  hin,
gegen  Morgen  von  weiter  Ausdehnung,  von  welchem  ein  Theil
Bajas  heisst'. 1  Ist  nun  dieses  Bajas  auch  wirklich  Böhmen?
Die  Grenzbestimmungen  des  Geographen  sind  ungenau:
,es  schliesse  sich  das  Land  Albis  an  Dänemark  an  und  reiche
bis  Dacien  und  Pannonien'. 2  Da  Bajas  ein  Theil  des  zu  Maurungani ­
  gehörigen,  südlichen  Gebirgslandes  ist,  so  wollte
A.  Quitzmann  wiederum  Bajas  im  nordungarischen  Berglande
gefunden  haben. 3  Quitzmann  hat  dabei  die  beiden  Relativsätze: ­
  quae  ad  orientem  multum  extenditur,  cujus  aliqua  pars
Bajas  dicitur,  irriger  Weise  mehr  auf  einander  als  zu  ihrem
gemeinsamen  Hauptsatze  gezogen.  Die  Stelle  selbst  sagt
nur:  das  weitgestreckte  Bergland  zieht  sich  weit  nach  dem
Osten  hin,  ein  Theil  von  ihm  heisst  Bajas.  Dass  Quitzmann’s
  Ansicht  nicht  möglich,  zeigt  auch  der  Ausdruck
Maurungani.

1  So  übersetzt  Zeuss,  Die  Herkunft,  S.  30.
2  Geog.  Rav.  lib.  IV.  eap.  19:  Item  confinalis  ejusdem  regionis  [Albis]
sunt  patriae  Pannoniae.
3  Abstammung  u.  s.  w.  der  Baiwaren,  S.  66  a.  a.  0.
            
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