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Bachmann.
Pannoniam, cum Saxonibus Euciis, qui se nobis voluntate propria
tradiderunt, per Danubium et limitem Pannoniae usque iu
Oceani litoribus, custodiente Deo, Dominatio nostra porrigitur. 1
Auch hier sind keine Baiern genannt, während die weniger
mächtigen Nordschwaben und Juten angeführt werden; anderseits
wird man in einem derartigen Schriftstücke einen weitgehenden
Irrthum des Schreibers nicht annehmen und etwa
,Baioariis‘ statt ,Pannoniam‘ lesen dürfen. 2 Die wichtige Stelle
Wisigothis, qui incolebant Franciae plagam septemtrionalem,
Pannoniam wird erklärt durch das Nachfolgende: ,per Danubium
et limitem Pannoniae usque etc/ Ersteres bezeichnet also das
obere Donauland, Vindelicien, wo wirklich Gothen herrschten,
freilich nicht Westgothen (es wird demnach Walagothis statt
Wisigothis zu lesen sein und die Stelle bietet einen Sinn). Es
ist dies auch neben den Gebieten der Sachsen, Jüten, Nordschwaben
und Thüringer jenes Gebiet, das der König sich thatsächlich
unterwarf und das aufzuführen, er nicht vergessen
konnte. Thatsächlich sind unter den Walagothi die den Gothen
unterthänigen Alemannen zu verstehen, die vordem einen weiter
reichenden Theil des nordöstlichen Gallien innehatten. An dieses
Gebiet schliesst sich dann naturgemäss in der Aufzählung des
Königs Pannonien an, über das hin er seine Herrschaft bis
zum östlichen (dem schwarzen) Meere ausgedehnt habe. —
Doch sei die corrupte Stelle wie immer zu erklären: es genügt
hervorzuheben, dass König Theodobert Baiern nicht nennt.
Aber auch dem Geschichtschreiber des grossen Krieges
zwischen Ostgothen und Oströmern, Procop von Cäsarea, sind
sie nicht bekannt. Sein Schweigen fällt aber um so mehr ins
Gewicht, als er selbst in Italien verweilte und nicht minder
1 Bei M. Bouquet, Rerum Gallicarura et Francicarum scriptores, tom. IV. 59;
A. Duchesne, Historiae Francorum scriptores coaetanei, 5 vol., Paris, 1636
bis 1649, vol. I. p. 862. Die Echtheit des Schreibens wird bestritten,
aber ohne zureichenden Grund.
2 Vergl. Zeuss, Die Deutschen, S. 371 Anm. *. Wenn es ja gestattet ist,
eine weiter gehende Conjectur zu machen, so ist allein ,Walagothis 1 für
,Visigotliis‘ zu setzen, weil offenbar vom oberen Donaulande die Rede
ist, die Alemannen aber damals und später noch als die Bewohner desselben
allein nachweisbar sind. Dass ,Visigothis‘ und nicht ,Pannoniam“
das verderbte Wort ist, zeigt, wie oben erwähnt, der folgende Passus
über die Ausdehnung des Reiches nach Osten.