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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 91. Band, (Jahrgang 1878)

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Bachmann.

mannen  unterwarf,  so  verstanden  sicli  die  Gothen  unschwer
dazu,  diese  Schmälerung  ihrer  Herrschaft  zuzugestehen. 1
Für  die  Feststellung  des  Zeitpunktes,  zu  dem  die  Baiern
in  ihre  neuen  Sitze  gewandert,  erscheint  es  nun  von  auserordentlicher
  Wichtigkeit,  dass  König  Theodorich  und  sein  Gewährsmann ­
  und  Zeitgenosse  Cassiodor  durchaus  nichts  von  der
Zuwanderung  eines  neuen  grossen  Volkes,  noch  dazu  in  ein
Gebiet  innerhalb  der  gothischen  Machtsphäre  erwähnen.
Dies  musste  geschehen,  wo  sie  von  beiden  Rhätien  und  der
Sorge  um  die  Sicherheit  Italiens  berichten.  Ihr  Schweigen
beweist  das  Gegentheil.  Eben  so  wenig  wissen  aber  gleichzeitige ­
  und  wenig  spätere  Nachrichten  von  dem  neuen  Volke. 2

1  Agathias,  I.  6:  oe  ö  u.iv  [08'jospiyo;]  dusßiM,  6  8e  p-Eyiaro;  ’IouaTiviavöi
te  'Pcofiaimv  »UTOxparopi  xai  toi;  Fotooi?  TEoXöp.01;  ^uvEppdyrj,  tote  3e  oi
IMtooi  uTEoötojEEuovTEp  Toup  ‘bpayyou;  xai  otmi;  av  auTOt?  <pl\oi  te  e;  Ta  u.x-XnjTa
  xai  süvoi  yE'votvro  paj^avojp.EVOi,  hepcn'/  te  tzoXXöjv  sijiaTavTai  j^topltov,
xai  [jlev  orj  xai  to  ’A/.au-avixov  ys'vo;  acplsaav  etc.  Outio  otj  oüv  xai  to  töv
A).ap.avcov  e0vo?  ’jzo  TötOiov  atpsiixEVov  0Eu8(ßEpToc  aÜTo?  lyEipäiaaTo.  Dass
hier  die  östlichen  Alemannen  gemeint  sind,  zeigt  die  Ausdehnung  der
fränkischen  Herrschaft  an  sich  und  der  Umstand,  dass  sich  die  Gothenherrschaft ­
  im  Nordwesten  nicht  über  Isfere,  Rhone  und  die  penninischen
Alpen  hinaus  erstreckte.  Idatii  ep.  Chronicon  ap.  Rone.  II.  col.  9  ff.  An
die  von  Theodorich  in  Italien  angesiedelten  Alemannenhaufen  (Zeuss,  Die
Deutschen,  S.  588—589,  nach  des  Ennodius  Lobliede  an  Theodorich)
darf  man  nicht  denken,  da  sich  die  Meravingerherrscliaft  zu  keiner  Zeit  in
das  Gebiet  der  ,Sette  e  tredeci  Communi'  erstreckte,  die  mit  Wahrscheinlichkeit ­
  (Zeuss  1.  c.)  von  jenen  abstammen.  Siehe  aber  dagegen  F.  H.
v.  Stalin,  Würtemb.  Gescb.  I.  S.  150—151.  Auf  andere  Alemannenschaaren,
die  sich  vor  Clodwig  über  den  Lech  nach  Osten  in  gothisches
Gebiet  zogen,  werden  aber  Theodorichs  Worte  an  den  Frankenkönig
zu  beziehen  sein:  ,Motus  vestros  in  fessas  reliquias  temperate:  quia  jure
gratiae  merentur  evadere,  quos  ad  parentum  vestrorum  defensionem  respicitis
  refugisse.  Estote  illis  remissi,  qui  nostris  finibus  celantur  exterriti
 1 .  Cassiod.  Var.  II.  41.  Für  in  Italien  angesiedelte  Flüchtlinge  war
eine  solche  Bitte  nicht  nothwendig.
-  Die  sogenannte  fränkische  Völkertafel  wird  eine  Ausnahme  bilden,  wenn
man  sie  mit  Müllenhoff  (Abhandl.  d.  kön.  Akad.  d.  Wissensch.  zu  Berlin,
Berlin,  1863,  S.  520)  in  das  Jahr  520  setzen  darf.  Dies  is.t  aber  aus
äusseren  und  inneren  Gründen  zu  bezweifeln.  Jene  sind  in  der  obigen
Auseinandersetzung  enthalten,  diese  seien  hier  nur  kurz  angedeutet.
Zunächst  hat  der  Versuch,  die  letzten  'römischen  Statthalter  in
Gallien,  Syagrius  und  Aegidius  mit  der  altrömischen  Königsreihe  in
Verbindung  zu  bringen  (Muljus  -Amulius,  Pabolus-Pompilius,  Egetius-
            
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