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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 91. Band, (Jahrgang 1878)

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Baclimann.

hier  national  behauptet,  obwohl  auch  da  der  Baier  zur  Herrschaft ­
  kam.  Noch  heute  herrscht  vom  Lech  gegen  Aufgang
bis  an  die  Amper  und  in  den  westlichen  Thälern  Tirols  der
schwäbische  Dialekt  vor  als  unverkennbarer  Hinweis  auf  die
Stammesangehörigkeit  der  Bevölkerung. 1
Einen  ebenso  schwerwiegenden  als  interessanten  Beleg  für
die  oben  ausgesprochene  Behauptung  liefern  endlich  die  hochverdienstlichen ­
  Arbeiten  der  unlängst  gegründeten  Münchener
Gesellschaft  für  Anthropologie,  Ethnologie  und  Urgeschichte,
deren  Ergebnisse  Prof.  J.  Ranke  in  seinem  Aufsatze:  ,Ueber
oberbayerische'  Plattengräber  und  die  muthmassliche  Stammesangehörigkeit ­
  ihrer  Erbauer'  vorerst  zusammengefasst  hat. 2
Die  Vergleichung  der  in  den  oberbairischen  Plattengräbern
aufgefundenen  Schädel  und  Schädelfragmente  ergab,  dass  deren
Form  von  der  moderner  Baierschädel  wesentlich  verschieden
sei.  Diese  zeigen,  von  oben  gesehen,  ,eine  kürzere  ovale  Form',
während  jene  eine  längliche  Ellipse  darstellen  mit  ungleich
grösserem  Schädelinhalte  (1654  CC  gegen  1480)  und  stark  entwickelten ­
  Superciliarwülsten,  die  bei  dem  heutigen  Oberbaier
kaum  angedeutet  sind.  Ranke  wiederholt  daher  für  bairische
Verhältnisse,  was  vordem  schon  Prof.  Ecker  in  Freiburg  ausgesprochen, ­
  indem  er  die  Bevölkerung  Badens  im  Auge  hat:
,Von  diesem  dolichocephalen  Volk  kann  unser  heutiges
brachycephales  unmöglich  abstammen'.  Wer  sind  nun
diese  Dolichocephalen?
Es  sind  einmal  sicher  Deutsche;  dies  zeigen  unverkennbar
die  Beigaben  der  Gräber,  dort  aber,  wo  diese  nicht  sprechen,
die  wichtige  Thatsache,  dass  Prof.  Ecker  grosse  Langschädel,
die  in  nichts  von  dem  Typus  der  oberbairischen  abweichen,  in
den  verschiedensten  Reihengräbern  im  südwestlichen  Deutschland ­
  gefunden  und  als  deutschem  Volke  angehörig  nachgewiesen
hat.  Daraus  folgt  aber,  dass  unsere  ältesten  bairischen  Platten-1

  L.  Steub,  Rhätisc.be  Ethnologie  c.  1.  gegen  K.  Bernhardi,  Sprachenkarte
von  Deutschland  (2.  Auf!.,  Kassel  1849,  bericht,  von  Willi.  Stricker),  der
der  deutschen  Bevölkerung  Geflammt-Tirols  alemannische  Abkunft  zuspricht. ­
  Yergl.  auch  S.  Riezler,  Geschichte  Baierns,  Gotha  1878,  I.  S.
52  f„  S.  61  f.
2  Beiträge  zur  Anthropologie  lind  Urgeschichte  Baierns,  1.  Bd.  München
1877,  S.  113  ff.
            
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