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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 91. Band, (Jahrgang 1878)

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B  a  c  li  m  a  n  n.

Markomannen  nennt  Ptolomäus  Baivoy v atjjtoc!,  offenbar  dasselbe
Volk;’  die  Jazygen  sitzen  einmal  an  der  Mäotis, 2  wie  die  ältere
Nachricht  wusste,  und  dann  in  genau  und  richtig  abgegrenztem
Gebiete  in  Oberungarn.  Unsere  ,Bahnen'  gehören  jener  älteren
Epoche  an,  wie  die  Terrakaten  und  Rakaten  neben  ihnen:
zur  Zeit  der  Augusti  aber  sassen  westwärts  von  den
Jazygen  allein  nachweisbar  die  Quaden.
Hier  gleich  auch  noch  ein  weiteres  Argument  Herrn  Quitzmann’s,
  das  einzig  beachtenswerthe,  das  er  weiter  für  die
Existenz  zweier  Quadenreiche  anführt;  denn  aus  Ammian’s
Ausdrücken  wie  ,Principes  Quadorum'  oder  dem  einmal  gebrauchten ­
  ,Regna  Quadorum'  wird  er-  doch  nicht  ernstlich
Capital  schlagen  wollen,  da  er  selbst  die  Verfassung  der  Suebenstämme ­
  mit  einem  Könige  an  der  Spitze,  unter  dem  dann  die
Häuptlinge  oder  Fürsten  (principes  reguli,  reges)  stehen,  auseinandersetzt. ­
 3  Dass  hier  die  ,Regna  Quadorum'  gleich  den
,Pagi  Quadorum'  sind,  w T ie  sich  daneben  findet,  lehrt  ohnehin
Ammian’s  Sprachgebrauch. 4  —  An  der  in  Rede  stehenden  Stelle
spricht  Ammianus  von  den  Vertretern  der  mit  Rom  kämpfenden
Völker,  die  mit  Valentinian  über  den  Frieden  verhandeln  sollten
und  nennt  zw r ei  Männer,  .(quorum)  alter  Transjugitanorum
Quadorumque  parti,  alter  quibusdam  Sarmatis  praeerat'. 5  In
diesen  .Transjugitani',  .Hinterwäldler',  sieht  nun  Herr  Quitzmann
  seine  ,vannianischen'  Sueben  wieder,  die  er  bereits  als
die  jUtrumque  comitati',  Suebi,  Quadi,  ot  y.aXo6p,evo'.  Kouioo'.,  Ballot
vorgeführt  hat. 0  —
Man  könnte  wirklich  an  Gebirgsquaden  denken  im  Gegensätze ­
  zu  der  im  Marchlande  sesshaften  Hauptmasse  des  Volkes,
wie  Ammianus  ja  auch  Sarmatae  Liberi  und  Sarmatae  Limi-1
  Ptolomäus,  I.  lib.  II.  cap.  11.
2  Ptolomäus,  I.  lib.  III.  cap.  5.
3  Aelteste  Geschichte  der  Baiwaren  S.  51—52.  Die  hier  gegen  H.  v.  Sybel
gemachte  Bemerkung  über  das  Verhältniss  von  Herzogswürde  und  Königthum ­
  beruht  doch  wohl  nur  auf  einem  Missverständnisse.
4  Ammianus  Marcellinus  XXX..5,  13.  (Merobaudes  praemissus  est)  ad  uastandos
  cremandosque  barbaricos  pagos.  Vergl.  XV.  12,  1.  XVI.  12.  XV.  2,  12.
XVII.  12,  17.  XVII.  10,  1  ,terris  Alamannorum  calcatis  gegenüber  von
XVII.  10,  3:  Alamannorum  rex  Suomarus  u.  s.  w.
5  Ammianus  Marcellinus  XVII.  12,  12.
6  Aelteste  Geschichte  der  Baiwaren  S.  50—51.
            
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