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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 91. Band, (Jahrgang 1878)

Die  Einwanderung  der  Baiern.

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Bücher,  sondern  wie  sie  in  der  jüngsten  Publication:  ,Aelteste
Geschichte  der  Baiwaren'  zusammengefasst  erscheint,  gewürdigt
werden.
III.
Die  Hypothese  A.  Quitzmaim’s.
Die  Grundlage  für  seine  Ausführungen  schuf  sich  A.  Quitzmann
  durch  die  eingehende  Untersuchung,  zu  welchen  deutschen
Stämmen  die  Baiern  nach  Religion  und  Gesetz,  Sprache  und
nationaler  Ueberlieferung  zu  stellen  seien.
Wir  finden  da  zunächst  neuerdings  erwiesen,  was  ohnehin
nicht  mehr  zweifelhaft  sein  konnte:  dass  die  Baiern  nach  dem
Inhalte  von  Legenden,  Sagen  und  Märchen  mit  mythologischem
Kerne,  den  Ausführungen  in  den  Bekehrungsgeschichten  und
Concilverboten,  den  Anklängen  in  Orts-  und  Eigennamen,  den
Andeutungen  in  Sitten  und  Gebräuchen,  in  alten  Schrift-  und
Bildwerken  vom  Anfänge  an  Deutsche  seien. 1  Ausser  Zweifel
steht  nun,  und  auch  Quitzmann  hebt  dies  hervor,  dass  die  Eintheilung
  der  deutschen  Stämme  in  Ingävonen,  Istävonen  und
Hermionen  nur  eine  hieratische  Bedeutung  habe;  andererseits
ist  es  aber  ebenso  sicher,  dass  die  Suebenstämme,  an  sich
Wanenverehrer  und  ursprünglich  ausserhalb  der  drei  Amphiktionien
  stehend, 2  sich  den  Hermionen  zugesellten  und  dies
in  der  Verehrung  des  *  Kriegsgottes  Ear  und  des  Stammheros
Irmin, 3  so  wie  in  zahlreichen  Namensanklängen  und  dem  mythologischen ­
  Gehalte  der  alten  Stammesüberlieferungen  bei  allen
Suebenvölkern  zum  sicheren  Ausdrucke  kommt.  Ein  Gleiches
gilt  nun  auch  von  den  Baiern;  auch  sie  sind  Wanenverehrer,  was
zahlreiche  Sagen  und  Namensformen  erhärten,  auch  bei  ihnen
lebt  die  Erinnerung  an  Ear  und  Irmin  in  Erchtag,  Erklawald,
1  Quitzmann,  Heidnische  Religion  der  Baiwaren  v.  1.  Aelteste  Geschichte
der  Baiwaren,  S.  11  —  13.
2  M.  Rieger,  Ingävonen,  Istävonen,  Hermionen  bei  Haupt,  Zeitschrift  für
deutsches  Alterthum,  XI.  S.  181,  196.  Doch  hleibt  dann  die  Erklärung
des  Irmin  in  Hermunduren  immer  noch  gezwungen.  Vergl.  J.  Grimm,
Deutsche  Mythologie,  3.  Auf!.,  Göttingen  1854,  S.  326;  Geschichte  der
deutschen  Sprache,  I.  S.  600.
3  K.  Möllenhoff  in  Ad.  Sclnnidt’s  Zeitschrift  für  Geschichtswissenschaften,
VIII.  S.  211,  213  ft'.
            
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